350 Beiträge znr Geschichte der organischen Chemie.
verschieden; nur seien der letzteren mehr ölige Theilchen, der ersteren hm-gegen etwas Mali beigemischt.
Das neutrale weinsteinsaure Kali ist seit dem 16. Jahrhundert bekannt;es wurde früher manchmal als 8»mecl, ksrscelsi bezeichnet, nachher ge-wöhnlicher, nach der Bereitung aus Weinstein und Weinsteinsalz (kohlen-saurem Kali), als tartarvs tsrtsrisstus , oder auch als tsrtsrns soluissilS.Die Ansichten über den leichtlöslichen Weinstein waren lange Zeit sehr ver-worren, namentlich in der Beziehung, ob es mehrere Arten desselben gebe;so glaubten Einige, es gebe leichtlöslichen Weinstein mit Kali- oder mitKalkgehalt, je nachdem man den Weinstein mit Kali oder mit Kalk neutra-lisirt habe. Erst um 1770 wurde es durch die Untersuchungen von Marg-graf und G. F. Rouelle klar, daß auch der mit Kalk bereitete tartaiu«soludilis Kali zur Basis habe.
Daß der Weinstein auch durch Zusatz von Borax löslich werde, ent-deckte Le Fevre 1728; daß Boraxsäure aus den Weinstein eine ähnlicheWirkung ausübt, Lassone 1754. Beide Präparate wurden als tsitsruskorsxstus, das mit Zusatz von Borax bereitete auch als cremor tsrtsr»soluliili» bezeichnet. — Das letztere wurde für die Alchemisten dadurch in-teressant, daß es zu einer Verwandlung von unedlen Metallen in Goldbrauchbar sein'sollte. Dr. Constantini, ein Arzt zu Meile bei Osna-brück, mischte 1755 eine Auflösung desselben mit Queckstlbersublimat, undhielt den nach einiger Zeit sich absetzenden glänzenden Körper für den mer-curius kbilosopboruni ) da der Rauch der erhitzten Substanz Silber undBlei vergolde. Diese »Constantini'sche Vergoldung«, welche 1767durch I. F. Meper's »Alchymistische Briefe« bekannt wurde, machte da-mals vieles Aufsehen, indem die Alchemisten darin ein sicheres Zeugniß fürdie Wahrhaftigkeit ihrer Kunst zu haben glaubten. Gren hielt es noch derMühe werth, zu zeigen, daß auf die angegebene Weise kein Gold gebildetwerde.
Das weinsteinsaure Natron-Kali wurde um 1672 durch PierreSeignette (-j- 1719), einen Apotheker zu Rpchelle, entdeckt, welcher z»jener Zeit es als ein sehr wirksames Heilmittel in mehreren Schriftchen an-pries. Es wurde als Polychrest-Salz, Seignette-Salz, Rochelle-Salz be-zeichnet; seine Darstellung blieb ein Geheimniß, bis derselbe Zufall sie kennenlehrte, welcher wahrscheinlich auch Seignette zu der Entdeckung jenes
W«insteinsaur,sNatron - Kali.