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Beiträge zur Geschichte der organischen Chemie.
sn,!»tung d,s Zufall. Ein Farbenkünstler Diesbach wollte Florentinerlack bereiten durch Nie-derschlagen eines Absuds von Cochenille mit Alaun und etwas Eisenvitrioldurch fixes Alkali; er bat den bekannten Alchemisten Dippel*), ihm zudiesem Zweck etwas von dem Kali zu überlassen, über welches Dippel dasnach ihm benannte thierische Oel zur Reinigung mehrmals destillier, unddas er dann als unbrauchbar bei Seite gestellt hatte. Bei Anwendung diesesAlkali's erhielt Diesbach statt des erwarteten rothen Pigments ein blaues;er theilte die Beobachtung an Dippel mit, welcher sogleich einsah, die Bil-dung der blauen Farbe müsse auf der Einwirkung des gebrauchten Alkali'sauf den Eisenvitriol beruhen. Dippel bereitete sein thierisches Oel ausBlut, und so wurde als die erste Darstellung von Berlinerblau die gefunden,Alkali mit Blut zu calciniren, und Eisenvitriollösung damit niederzuschlagen.
Die Bereitung des Berlinerblaus blieb Geheimniß, bis sie der Englän-der Woodward in den kiiiiosopbicol Iransactions 1724 veröffentlichte.(Die hier gegebene Vorschrift ist, gleiche Theile Weinstein und Salpeter ver-puffen zu lassen, das entstehende Alkali mit getrocknetem Rindsblut zu cal-ciniren, auszulaugen, und mit der erhaltenen Flüssigkeit eine Lösung vonEisenvitriol und Alaun zu fällen. Es bilde sich ein grünlicher Niederschlag,der auf Zusatz von Salzsäure blau werde.) Noch in demselben Jahre zeigtesein Landsmann John Brown, daß auch Fleisch mit Alkali calcinirtBlutlauge giebt, und 1725 bewies St. F. Geosfrop, daß außer Blutnoch viele andere Körper zur Darstellung des Berlinerblaus anwendbar sind,namentlich Wolle und pulverisirtes gebranntes Hirschhorn, und er zweifeltenicht daran, daß man alle anderen thierischen Substanzen dazu gebrauchenkönne.
Darüber, was die neue Farbe eigentlich sei, hatte man zu jener Zeitsonderbare Ansichten. Der Engländer John Brown meinte 1725, dasEisen in dem Vitriol sei es, was eigentlich die blaue Farbe gebe; das Rinds-
") Johann Conrad Dippel war 1873 auf dem Frankenstein im Odenwaldgeboren. Zuerst widmete er sich der Theologie, von welcher er aber durch dieAlchemie bald abgezogen wurde. Er trieb sich viel umher, und starb alsdänischer Kanzleirath 1734. Seine chemischen, oder vielmehr alchemistischenSchriften, welche er unter dem Namen Christianus DemocrituS heraus-gab, sind folgende: »Wegweiser zum verlorenen Licht und Recht» u. s. w.(1704); »Chymischer Versuch zu destilliren« (1729); »Aufrichtiger Protestant»u. s. w. (1733) u. a.