Band 
Vierter Theil.
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Beiträge zur Geschichte der organischen Chemie,umbuchn», >»r einer Saure verdiene, daß sie aber durch Verbindung mit oxydirtem Eist"

Blausäure. —. ?

zu einem Körper werde, der weit mehr Analogie mit den anderen saurenzeige.

In demselben Jahre, wo Bert holtet diese Ansichten aussprach(1803), legte auch Curaudau dem Pariser Institut eine Abhandlungüber die Blausaure vor. Auch er betrachtete das mit thierischen Substanzencalcinirte Alkali als eine Verbindung von Kohlenstoff und Stickstoff mitAlkali, welche mit Wasser in Berührung dieses zersetze und Blausäure bilde.Die Blausäure selbst (die Verbindung aus Kohlenstoff, Stickstoff und Wasser-stoff), sei aber keine Säure, sondern ein Radical (er schlug dafür den Na-men ?russire vor), welches unter der Einwirkung von Metalloxyden durchden Sauerstoffgehalt derselben erst zu einer Saure werde. Deshalb neutra-lisire die Blausäure für sich das Kali nicht, wohl aber die mit oxydirteMEisen verbundene.

Auch Proust arbeitete zu jener Zeit über diesen Gegenstand. Erzeigte 1799, daß die niedrigste Oxydationsstufe des Eisens durch Blut-laugensalz weiß niedergeschlagen wird, und daß der Niederschlag sich erstblau färbt, wenn das Eisen in ihm sich höher oxydirt. Bert holtet bestrickdies in seiner 8tati,jue cliiniiciue, und behauptete, der weiße Niederschlugaus Eisenvitriollösung mit Blutlaugensalz könne auch ohne Aufnahme vonSauerstoff sich blau färben; seine Erklärung, wie dies geschehen soll, istmir nicht ganz klar; er scheint zu glauben, ein weißer Niederschlag bilde sichhier, wenn nur wenig Wasser zugegen sei, und dieser enthalte dann Schwe-felsäure, ein blauer bilde sich bei Gegenwart von vielem Wasser, und diessei reineres blausaures Eisen. 1806 zeigte Proust, daß das Eisenoxyd»!aus dem Blutlaugensalz die Blausäure nicht verlaßt, wenn sie durch Wahl-verwandtschaft von einer Basis auf eine andere übertragen wird, und daßes auch in dem Berlinerblau enthalten ist. Auch er erklärte die Blausäurefür eine Verbindung von Kohlenstoff, Stickstoff und Wasserstoff, deren Zu-sammensetzungsverhällniß aber noch unbekannt sei.

Vollständiger noch lehrte viele blausauce Verbindungen Jttner*)kennen durch seine »Beitrage zur Geschichte der Blausäure» (1809). Ererhielt die wasserfreie Blausäure in Gasgestalt; aus der Zersetzung der wäs-

*) Franz von Jttner starb 1821, 35 Jahre alt, als Professor der Chemieund Mineralogie zu Freiburg im Breisgau.