Organische Säuren. 377
serigen Blausäure, welche in stickstoffhaltige Kohle und Ammoniak zerfalle, nm,rsu»un,schloß auch er, daß ihre Bestandtheile Stickstoff, Kohlenstoff und Wasserstoffseien. Er betrachtete die Verbindungen des Eisenoxyduls mit Blausäure undanderen Basen als Doppelsalze. Durch ihn wurden die giftigen Eigenschaftender Blausäure außer Zweifel gesetzt *).
Die von Berthollet bereits angedeutete Ansicht, die Blausäure werdedurch Verbindung mit oxydirtem Eisen zu einer stärkeren Saure, wurdevon Robert Porret wieder aufgenommen, von welchem die Schriftender K, 0 )'.-Ü «ocien- zu London für 1814 und 1815 zwei Abhandlungen überdiesen Gegenstand enthalten. Porret behauptete hier, die sogenanntendlausauren Doppelsalze, welche Eisenoxydul enthalten, seien als einfacheSalze zu betrachten, deren Säure aus den Bestandtheilen der Blausäureund aus Eisenoxydul zusammengesetzt sei. Diese Säure nannte er b'erru-reuecl-Eli varic- Acick, um ihre Bestandtheile zu bezeichnen (aus 6 sai-bon),d/ färogens, ->r snl) zusammengesetzt). Ebenso wie das Eisenoxydul habe a„,°'ck,mg d,-uuch der Schwefel das Vermögen, mit den Bestandtheilen der BlausäureEine stärkere Säure zu bilden; das Product dieser Vereinigung, die Schwefel-dlausäure, nannte er8,ilplmrette<i-61,^2ric-^ci<l. (Die Schwefelblausäurewurde durch Porret zuerst bestimmter bekannt; daß blaufaure Salze unterZewissen Umständen das Vermögen erhalten können, Eisenoxydlösungen rothiu färben, war schon früher beobachtet worden, namentlich von Winter!
1790 swelcher annahm, es wirke hier eine eigenthümliche Saure, die Blut-saure),von Bucholz 1798, von Rink 1804,u.A. — Porret erhielt dieseSäure zuerst 1808, als er Schwefelkalium und Berlinerblau mit einander kochte.
*) Dioskorides und andere Schriftsteller des Alterthums erwähnen bereits dergiftigen Wirkung der bitteren Mandeln aufThiere. Poli lehrte 1713 aus Kirsch-lorbeerblättern ein betäubendes flüchtiges Oel bereiten; das Kirschlorbeerwasserwandte zuerst der Engländer BaylieS 1773 als Heilmittel innerlich an.Scheele und die zunächst auf ihn folgenden Chemiker, welche über die Blau-säure arbeiteten, erkannten die Giftigkeit dieses Körpers nicht. Die Aehn-lichkeit in dem Gerüche des Bittermandelwaffers und der Blausäure leitetenauf den Gedanken, daß der erstere Körper Blausäure enthalte, und Bohmin Berlin wies diese 1802 wirklich darin nach, was Gehlen und Schraderbestätigten. Gehlen äußerte 1803, jene Wasser möchten ihre Wirksamkeitdem Gehalt an Blausäure verdanken, und Schrader rechtfertigte in dem-selben Jahre diese Vermuthung, indem er fand, daß Vögel durch flüssigeoder dampfförmige Blausäure schnell getödtet werden. Umfassendere Versuchestellten dann Jttner und nach ihm viele Andere an.