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Farbestoffe.
Zu der Erkenntniß, daß Farbestoffe mit der zu färbenden thierischenoder vegetabilischen Faser eine wirkliche Verbindung eingehen, gelangte manktst spat; lange glaubte man, die Farbetheilchen seien in den Zwischenraumengefärbten Substanzen nur mechanisch niedergeschlagen. Noch Hellot,welcher in den Memoiren der Pariser Akademie für 1740 und 1741 zuerstallgemeinere theoretische Ansichten über den Farbeproceß aussprach, war die-str Ansicht. Nach ihm besteht das Farben der Wolle darin, daß ihre Dber-stache gereinigt, ihre Zwischenraume vergrößert, mit Farbestoff angefüllt undbann so zusammengezogen und verkleinert werden, daß die Farbetheilchenbacin zurückgehalten werden; eine ächte Farbe wirke durch ihre adstringirendeKraft, indem sie die Fasern der Wolle um sich her zusammenziehe; derNutzen der Alaunbeize beruhe aus der Bildung einer Lackfarbe, welche in denZwischenraumen der Wolle niedergeschlagen werde; unachte Färbung könneverbessert werden durch Kochen des gefärbten Zeuges mit Alaun oder Wein-stein , welche die Fasern des Zeuges zusammenziehen und die Farbetheilchenin die Zwischenraume der Wolle ganz eigentlich einkleben; endlich werdendiese Farbetheilchen noch mehr befestigt durch die Zusammenziehung, welchebie Poren der heiß gefärbten Wolle bei dem Abkühlen erleiden. Daßbas Färben nicht bloß auf einer mechanischen Einschließung von Farbetheil-chen jn die Zwischenraume der zu färbenden Substanz beruhe, suchte Mac-her, welcher sich viel mit der Ausbildung der Färbekunst beschäftigte, na-mentlich 1778 in seinem VIctionnaire -!e <ch) m!e zu erweisen. Wenn mangleiche Gewichte Wolle und Seide mit derselben Menge Farbebrühe vonCochenille behandle, so werde die erstere viel gesättigter gefärbt als die letztere;ims könne nicht, wie es bis dahin geschehen sei, durch die Annahme erklärtwerden, die Zwischenraume der Wolle seien größer, und nehmen daher auchgröbere Farbetheilchen auf, die der Seide aber so klein, daß sie nur dielinsten, also weniger, Farbetheilchen aufnehmen können, — denn die Farbe-iwuhe werde durch die Seide noch mehr entfärbt, als durch die Wolle. Es^"ffe also noch eine andere Ursache hier mitwirken, als die VerschiedenheitM der Größe der Poren; es müsse eine chemische Anziehung zwischen der zuübenden Substanz und dem Farbestoff stattfinden. Es wurde diese An-ficht bald allgemein angenommen. — Macquer unterschied auch die8arbestoffe in zwei Klaffen, je nachdem sie unmittelbar sich mit dem Zeugestst verbinden, oder je nachdem das letztere erst durch Beizen vorgerichtet wer-muß; er betrachtete die ersteren als bestehend aus einem seifenartigen