Band 
Vierter Theil.
Seite
398
JPEG-Download
 

3S8

Beiträge zur Geschichte der organischen Chemie.

^ B,»iwng Beizmittel und zwar so verschiedener, daß sie mit demselben Farbestoff ver-schiedene Farben gaben, bekannt gewesen zu sein; Plinius sagt: kinZuot etvestes in ^oAvpIo inter psucs mirabili Monere, candids veis poslgu-nvattrivere illinentes non colorilms, sod colorem sordentibus medicsmenUS.stloc tjunm secere, non Zppsret in velis; seit in cortinsin pi^menti lei"ventis merss, post momentum extrsbnutnr picta. Nirumgue, guum ^>tunns in cortins coios, ex illo slius stc^ue slius üt in veste, sccipieatismedicamentl guslitste mutstus. dXec postea sbini potest; ita cortinonon clubie consnsura coiores, si pictos acciperet, di^erit ex nno, Pin-tzitgne änm cocjuit. — Was die Griechen ürvirr»/ys«, die Römer sluinennannten (vergl. Seite 56 st), scheint angewandt worden zu sein, die Wolle zudem Färben vorzurichten; es deutet darauf hin der griechische AusdruckSrvyiktv Lye«, Wolle beizen, und Plinius' Aussage über das Zinnienund seine Nutzbarkeit zur Färberei: In L^pi-o csndidum et uigrnin, exiZn^ooloris dislerentis, <zuum sit usus magns, guoniam inLcienllis elsrocoiore ianis, candidvm lii^uidum^ue utiiissimum est, contrs^ue susci^sut ostscuris, ni^rum. Nach Jsidorus, im 7. Jahrhundert, soll sogarder Namen alnmen von der Anwendung der so bezeichneten Substanz zun>Färben gegeben worden sein (Zinnien vooatur a Inmine, good iumen colo-ribns prsestst tinAenllis). In dem Mittelalter war der Gebrauch desAlauns, um die Farben auf Stoffe zu fixiren, allgemein bekannt. — Boyiespricht in seinen Experiments and eonsiderations tonciiin^ coiours (1663)von den Niederschlagen, welche Alaun und Potasche, oder Bleiessig, uillverschiedenen Farbestoffen hervorbringen. — Die Anwendung der Zinn-solution zu der Färberei wurde durch Drebbel im Anfange des 17. Jahr-hunderts entdeckt. Alle Nachrichten stimmen darin überein, daß diese Ent-deckung durch Zufall gemacht worden sei; Einige (so z. B. Fr. HoffmanUin der Vorrede zu seiner Sammlung Observstionum p6^s,'co-ci>)micsrr>lnselectiorum) geben an, Drebbel habe eine Farbebrühe aus Cochenille undSalpetersäure dargestellt, und den Zusatz von Zinnfeile versucht, um d>eSäure abzustumpfen; Andere (so z. B. Beckmann) berichten, Drebbelhabe einen Cochenilleauszug mit Wasser gemacht, um Thermometer daw>tzu füllen, und mit diesem habe sich zufällig Königswasser gemischt, welchesaus einem am Fenster stehenden Glase über das Zinn, womit die Scheibenvereinigt waren, ausgelaufen sei, und die kirschrothe Farbe in die scharlach'rothe verwandelt.