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B a r y u in.
talle in der Hitze, Hydrothion in der Kälte den überschüs-sigen Sauerstoff. Cay-Lussac u. Thenaii». — In wässrigenSäuren löst sich das Hyperoxyd zu einem Barytsalze auf,während sein überschüssiger Sauerstoff an einen Theil desW assers tritt, und denselben in Wasserstoffhyperoxyd ver-wandelt.
Das Baryumhyperoxyd bildet mit Wasser, in welchemes sich ohne Erhitzung vertheilt, das liaryumhyperoxyd-Ilydraf als weifses Pulver. Dieselbe Verbindung fallt, wennmim in der Kälte überschüssiges Barytwasser zu reinemoder zu salzsaurem oder salpetcrsaurem Wasserstoffhyper-oxyd bringt, in perlglänzcnden Schuppen nieder, welchesich schon durch Wasser von 100° in Sauerstoffgas undBarytwasser zersetzen, und die in kälterem Wasser nurwenig löslich sind. Tiienaud {An». Chim. Vhy.i. 8, 318). — DasHydrat scheint 6 At. Wasser zu enthalten. Liebig u. Wühler.
Baryum und Kohlenstoff.
A. Kohlemaurer llaryl. — a. Einfach. — Findet sieh in
der Natur als Witherit. — Bildet sich schnell , wenn man Baryt, Baryt-Hydrat, -Krystalle oder -Wasser der Luft aussetzt.
Darstellung. 1. Man fällt wässrigen salzsauren oder sal-petersauren Baryt durch kohlensaures Ammoniak und wäschtden Niederschlag aus. — 2. Man fällt wässriges Schwefel-baryum durch kohlensaures Natron, welches frei von schwe-felsaurem ist, und wäscht aus. Dieser Niederschlag k nun leichtereine Schwefelverbiuduug, und, wenn man kohlensaures Kali zur Fällunganwendet, auch Kieselerde enthalten. — 3. Mail füllt einen Tiegelmit dein Gemenge von 1 0 Th. Schwerspat!), 2 Th. Kohleund 5 Th. Pottasche, glüht ihn mehrere Stunden lang starkroth, bis die Masse zusammengeschmolzen ist, schöpft sieaus, füllt den Tiegel wieder u. s. w. Die zerstofsene Masse,durch Wasser vom Schwefelkalium befreit, lässt unreinenkohlensauren Baryt. Dieser dient, Ulli mittelst der Aullosung in ver-schiedenen Säuren andere Barytsalze darzustellen L'tie jedoch eisenhaltigwerdenl. Anthox iRepert. .50, 320). vgl. Ol'TO (Ana. Pharm. 2 (>, 92).— Um Krystalle von kohlensaurem Baryt zu erhalten, hängt man in einGemisch aus Barytwasser und wässrigem Kali einen Beutel, der Baryt-krystalle enthält, und lässt die Luft einwirken. Zokga ( Kastn . Arch.8, 17).
Krystallsystcm des Witherits 3 u. Sglicdrig 5 Haupt-form: wenig stumpfes Rhomboeder. Fiy. 141, 137 , 138 u. a.r 3 : r s = 91° 54 ' ■ r* : r 3 = 88 ° 6 '; r : <r = 143 ° 23 ' u. s. f. H.VUY.Spec, Gew. 4,301 Monn, 4.3919 Karsten. Der künst-liche erscheint meistens als ein zartes, weifses Pulver. —Schmilzt in heftigem Gebläsefeuer, Aincu, und im Knallgas-gebläse, Pfaff. Fein gepulvert bläut er geröthetes Lackmusund grünt die Farbe der Veilchen. Pleischl. — Geschmack-los, giftig.-