Molybdän.
79
Lange Zeit hindurch wurde das Mineral, in welchem man zuerst das M°u-d°nn.Molybdän als ein eigenthümliches Metall erkannte (Wasserblei oder Mo-W°r,,s M°,lybdänglanz) mit anderen Fossilien verwechselt. Was bei DioskoridesMolybdän genannt wird, scheint vorzüglich Bleiglätte gewesen zu sein; esbilde sich in den Lesen, wo man Gold und Silber darstelle (reinige), auchkomme es natürlich vor; allein die Kennzeichen, die von letzterem ange-geben werden, sind ganz unbestimmt. (Die Bezeichnung Molybdän gehtzunächst auf eine bleihaltige oder bleiartige Substanz; /av/kv/Zssox, Blei.)
Bei Plinius scheint unter Molybdän auch Bleiglanz verstanden zu sein.
<'I mnlvsillseii:,, giunn oliv looo Alüeiism vocavimiis, ve»a arAkntiI'IuinsiignL cnm,»»»>§, sagt er, beschreibt aber weiter die Eigenschaften,welche Dioskorides dem, was er Molybdän nannte, beilegte.
Bei den Alten also geht die Bezeichnung Molybdän unbestimmt aufverschiedene bleihaltige Substanzen, Bleiglätte, Bleiglanz, Bleierz im All-gemeinen. Später legte man die Bezeichnung zunächst dem Bleiglanzbei, und den Mineralien, welche, ähnlich wie dieser, abfärben. Man be-nannte diese mit dem griechischen Namen Molybdän oder Molybdoid, odermit der lateinischen Übersetzung klmichsgo, oder deutsch, um sie von demeigentlichen Blei zu unterscheiden, Wasserblei oder Reißblei. Diese Bezeich-nungen trugen sich namentlich auf den Molybdänglanz und auf den Gra-phit über; auch das Schwefelankimon wurde damit verwechselt, wie mandaraus schließen kann, daß das Reißblei in dem 10. Jahrhundert manchmalmit dem Namen des Schwefelantimons (stimm,, vergl. Theil III. Seite290) belegt wurde; ebenso scheint der Braunstein nur wegen seiner abfär-benden Eigenschaften von Linnll »iol)chtien-„um msAiwsii genannt wordenzu sein. Die Verwechselung zwischen Molybdänglanz und Graphit dauertelange fort; selbst Pott, welcher 1740 eine Untersuchung über das Wasser-blei anstellte, hielt beide Mineralien noch für identisch; er zeigte eigentlichnur, daß darin kein Blei enthalten sei, urtheilte aber, das Wasserblei be-stehe aus einer kalkartigen Erde, einigen Eisentheilchen und etwas Vitriol-säure. Der Schwede Quist behauptete 1754 von dem Wasserblei, esenthalte außer Eisen auch Zinn, vorzüglich aber Schwefel; auch er unter-schied noch nicht das Wasserblei von dem Graphik.
Den Unterschied dieser beiden Mineralien bewies zuerst Scheele in snmckung d.«einer Abhandlung über das Wasserblci (1Io> vI>ll^e„A) 1778, und einer an-dern über das Reißblei (OIumIwAv) 1779 (über die letztere wurde Theil III.