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Die Erweiterung und Vervollkommnung des deutschen Gewerbsbetriebs, ein Mittel zur Herstellung des richtigen Verhältnisses zwischen Bevölkerung und deren Bedürfnisse, mit besonderer Rücksicht auf das Grossherzogthum Hessen : eine Denkschrift für jeden wahren Vaterlandsfreund / von Ludwig Wilkens
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die gemachten Erfahrungen mit weisen, und klugem Sinne möglichstnutzbringend ins Leben überzutragen versteht. Nicht allein seinLandbau wird blühen, sondern auch auf dem Lande, wie in denStädten, die vielseitigsten Gewerbe; sie werden sowohl eine lohnendeBeschäftigung für jede Stunde des Tages darbieten, als auch sichgegenseitig auf die Dauer in förderlichster Weise ergänzen. In all'seinen Theilen wird eine gediegene, stetige Wohlhabenheit, der rechte,goldne Boden des Volkswohlstandes in der wünschenswerthestcnGleichmäßigkeit in Bälde sich heimisch fühlen. In jeder Hütte, inder die bittere Armuth mit all' ihrer vcrhängnißvollen Nachkommen-schaft sich eingenistet, wird dieselbe in immer erfreulicherem Gradedurch diese Anwendung verdrängt werden.

Nachdem der hohe, wohlthätige Einfluß eines für's Leben taug-lichen Unterrichtswesens, so wie die etwa passende Einrichtung desin's Dasein zu rufenden Gewerbshüissvereins nebst dessen Wirkungs-kreis noch besprochen sein wird, werden auch das Zunft- und Jn-nungswcsen, überhaupt die Hebung des Bürgerstandes, eben so dieSparkassen, der Einfluß des Kredits und des Maschinenwesens, alsintcgrirende Theile der Gewerbsthätigkeit eines Landes behandelt,und wenn schon ich, als Hesse, mein engeres Vaterland mit beson-derer Vorliebe besprochen habe, so geschab solches doch nur in Folgeder weit bedeutenderen Lokalkenntniß und in der Absicht, daß hier-mit nicht die anderer Gegenden ausgeschlossen, vielmehr jene Aus-führungen ebenso als auf sie beziehend betrachtet werden sollten, vor-ausgesetzt natürlich, daß die Verhältnisse den betreffenden hessischenentsprechen.

Ueberall suchte ich einerseits nur Wesentliches anzuführen, an-dererseits aber, indem ich meine Vorschläge über die Ausdehnungunserer heimischen Gewerbe, durch Anführung der in anderen Ge-genden gehabten Vorgänge unterstützte, unerquickliche Trockenheit zuvermeiden. Ich strebte um so mehr eine blos dürre, auf statistischemGerüst ruhende Analyse zu umgehen, als ich in diesen Blättern nurLehren angeben wollte, die unmittelbar in's Leben übergehen, zudem Gemüth und der Denkungsweise Aller, zum Wirken der Wohl-thätigkeit Berufenen (und wer könnte hier nicht hülfreichen Beistandleisten?) möglichst eindringlich gesprochen werden sollte. Deßhalb habeich auch, nach dem Vorbilde der höchsten Muster vollendeter Darstel-lung klassischer Historiker, eines Herodot und Tacitus, eines Schiller