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Nachtheile, welche sich in den Gegenden zeigen, wo der Gewerbsbe-trieb vorzugsweise im Schwünge ist, nur sehr selten unmittelbar mitdiesem Betriebe selbst verbunden sind, sondern daß sie meist aus Ur-sachen entspringen, die ihm fremd sind und die mit ihm zusammen-treffen, ohne jedoch von ihm abhängig zu sein. Wir werden unsim Verlaufe dieser Abhandlung überzeugen, daß die neueren Fort-schritte des Gcwcrbfleißes in Europa durchaus keine so bedeutende,so zuverläßige Quelle der Entsittlichung im Schooße der Gesellschaftund insbesondere unter dem Arbeiterstandc ist, als von so vielengewähnt wird, daß es vielmehr nicht wenige Gegenden giebt, wo dieErrichtung einer gewerblichen Anstalt nicht nur eine Quelle äußerenWohlstandes, sondern auch, namentlich in Folge rastlosen StrcbcnSder resp. Fabrikhcrrcn, zugleich ein kräftiges Mittel sittlicher Ver-besserung geworden ist, daß selbst unfern von uns Thäler sich bin-zicben, wo der gewerbliche Geist, zu gleicher Zeit mit dem religiösenSinn angeregt, Wohlstand und Glück in den Hütten eines armenund verwilderten Landes verbreitet hat. Wir werden endlich Gegen-den in äußerst erfreulicher Menge kennen lernen, wo gute Sittenund Bildung herrschten und wo die Einführung des Gewcrbbetriebsderen materielles Wohlsein erhöht hat, ohne im Geringsten den sitt-lichen Zustand des Landes zu gefährden. Jederzeit werden wir diewohlthätige Wirkung des Gcwerbsbctriebs auf einen bisher ausMangel an Beschäftigung zum Müßiggang Verurtheiltcn wahrneh-men, uns überzeugen, daß der Zustand, dem die Industrie bei unsabhilft, noch viel bcklagenswerthcr sein würde, oft freilich uns auchmit dein Gedanken trösten müssen, daß nicht selten in menschlichenAngelegenheiten nur die Wahl zwischen verschiedenen Nebelständenverbleibt, daß selbst der geschickteste Arzt nur durch Bereitung vonSchmerzen die Genesung seines Patienten herbeizuführen vermag.Wir werden daher weiter sehen, daß glücklicherweise die traurigenWirkungen, welche sich leider nicht selten als Folge der Industriezeigen, zu vermeiden sind, es kräftige Mittel giebt, diese an den in-nersten LebenSorganen nagende Entwickelungskrankheit der Civilisa-tion unsers Jahrhunderts zu bekämpfen, ja in unserm Vaterlande,durch das Beispiel und die Erfahrungen Frankreichs und Englandsbelehrt, was stets das Beste ist, dem Einbürgern einer Masse vonUebelständcn noch vorzubeugen, übrigens wir hiermit bei dem vonTag zu Tag mehr emporblühenden uns gar nicht zu umgehenden
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