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Die Erweiterung und Vervollkommnung des deutschen Gewerbsbetriebs, ein Mittel zur Herstellung des richtigen Verhältnisses zwischen Bevölkerung und deren Bedürfnisse, mit besonderer Rücksicht auf das Grossherzogthum Hessen : eine Denkschrift für jeden wahren Vaterlandsfreund / von Ludwig Wilkens
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Gewerbebetriebe keine Stunde mehr zögern dürfen, sollen wir nicht,statt des Segens, den wir durch die Aufhebung aller mittelalterlichenUeberreste persönlicher unwürdiger Abhängigkeit, durch Entfesselungdes Grundbesitzes und durch die größere Freigebung der Gewerbein so sichtlichem Grade hervorgerufen haben, auch nur Ein Samen-korn zu der immerhin möglicherweise einheimisch werdenden Saat,dem Boden anvertrauen, die wuchert verderblicher als Quecken, eineneue Dienstbarkeit auch bei uns schaffen könnte, die drückender seinwürde, als die einstige Hörigkeit. Bei dieser blieb dem Besitzlosenim äußersten Nothfalle doch die Scholle, an welche er gebundenwar und bot ihm die unentbehrlichsten Eristenzmittcl dar, bei derSklaverei ist der Sklave, als ein werthvolles Objekt, jederzeit dochder nothwendigen Kleidung, Nahrung und Pflege versichert. Fast un-denkbar ist der grausige Hungertod bei einem Leibeigenen oder Skla-ven, leider aber, in Folge zahlreicher Vorkommnisse, nur zu denkbarbei dem unglücklichen Sklaven des furchtbarsten Egoismus, bei einemFabrikheloten des überreichen Englands.

Es ist eine der Hauptaufgaben der socialen Ordnung unsererZeit das Böse gleich dem Unkraute auszujähten, nicht aber gleich-zeitig das überwiegende Gute, die des Menschen höhere Abstammungverrathende Frucht seines Geistes, in ihrer Ausbildung und Vollen-dung zu hemmen, oder gar zu zerstören.

Dritter Abschnitt.

(Fortsetzung.)

Wirkung der industriellen Blüthe in sittlicher, geistiger und materieller Bezie-hung in andern Gegenden. Aufforderung gleich Oberlin, dem trefflichenPfarrer in Steinthal und andern Ehrenmännern, ein wahrer Wohlthäterseiner Umgebung zu werden. Gründung des deutschen Zollvereins.

(Unterschrift des Calvarienbergbildes an derPeter-kirche zu O-ende.)

Schiffen wir über den Canal und schauen uns um in Frank-reichs Nord und Süd, Ost und West, was für Erfolge die auchdort mit jedem Jahre wenn auch nicht so riesenmäßig, wie in-