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von bebautem, mitunter sehr einträglichem Boden die fast durchgän-gige Lichtung seiner Waldungen, der Umstand, daß die oberstenRücken und Kuppen fast säimutlich mit herrlichen Buchen- und Eicheu-forsten gekrönt und die Abhänge und Tiefen mit kleinen (wie imSchwarzwald, hier in Folge der altgermanischen Hubencinrichtung),oft sehr weit ausgcdclmtcn Ortschaften besät sind, — daß der Eindruckfür den Wanderer bei seinem Eintritt in das frische Grün der Wie-sen, in den kühlenden Schatten der Buchen, Birken und Eichen, indie barzduftcnden Zwcighallcn der Tannen und Lerchen des 45 Qua-dratmeilcn überlagernden, nunmehr nach allen Richtungen hin vontrefflichen Kunststraßen durchzogenen Odenwaldes weit eher mild undfreundlich als wild und großartig zu nennen ist.
Feldbau, Viehzucht und Holzhandel sind bis jetzt die fast aus-schließlichen Erwerbsquellen der Odenwäldcr. Städtchen mit Ge-werben sind selten, zumeist noch im lieblichen Mümlingthale. Dochfindet man in den wenigen viele. Tuchweber und hier und da zer-streut mehrere Hammerwerke, Potaschesicdereicn, auch wohl eine derneuesten Zeit ungehörige Fabrik. Der Odenwäldcr ist meist derbund kräftig, cS muß ihm sehr schlecht gehen, lagert sich nicht ausseiner runden, festen, freilich von der Sonne und dem Wetter ge-bräunten Wange ein frisches Roth. Magere Kost und schwere Ar-beit härten seinen Körper ab, machen ihn muskulös und knochig,aber frühe altern sie, weil ihre Muskeln ziemlich hoch, von wenigFleisch verhüllt liegen und jede ihrer Zusammcnziehungen oder Er-schlaffungen unter ihrer Haut, oder durch dieselbe erkennbar wird.Wie fast bei allen Bauern findet sich auch bei dem Odenwäldcr beiallem natürlichen Scharfsinn und Verstand eine gewisse Schwerfäl-ligkeit des Geistes, eine gewisse beharrliche, je entfernter der Stadt,desto schroffer hervortretende Hartnäckigkeit an dein Althergebrachten,eine Sprödigkcit und ein nicht zu verkennendes Mißtrauen gegenNeuerungen, freilich mit die bedeutendsten, bei Einführung neuerErwerbsquellen sich entgegenstellenden Hindernisse. Der Oldenwäl-der ist zwar arbeitsam, vom frühen Morgen bis spät Abends ringt ermit der harten Scholle, zwingt dem Boden seine Nahrung ab, alleiner vermeidet und verabscheut alle Aenderungen und Verbesserungen,die gebildetere Oekonomen einführen, mögen ihm deren segensreiche,in der Erleichterung der Arbeit, oder besserem Gedeihen bestehendeFolgen auch noch so klar und bald vor Augen treten. Und wahr-