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Die Erweiterung und Vervollkommnung des deutschen Gewerbsbetriebs, ein Mittel zur Herstellung des richtigen Verhältnisses zwischen Bevölkerung und deren Bedürfnisse, mit besonderer Rücksicht auf das Grossherzogthum Hessen : eine Denkschrift für jeden wahren Vaterlandsfreund / von Ludwig Wilkens
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terzcit und bei anhaltend regnerischer Witterung gar zu fühlbar, alsdaß nicht die höchste Aufmerksamkeit, die thatkräftigste Theilnahmeund Mitwirkung zur Abhülfe dieses für so viele Familien äußerstdrückenden Zustandes hier als sehr platzgrciflich erscheinen sollte.

Die Eisenbahn-, Straßen-, Festungs- und andere umfangreiche,vielfache Gelegenheit zu lohnender Thätigkeit gebende Bauten undArbeiten hören allmählig auf, daher ist um so dringender, um so zweck-mäßiger die sofortige Einleitung zur Eröffnung von nie versiegen-den Erwerbsquellen, die Einführung von Industriezweigen, dieden armen Leuten eine ununterbrochene und lohnende Beschäf-tigung gewähren. Sehr begründet und nahe liegend war vonjeher das Streben vorsehender Regierungen keine allzudrückcndematerielle Noth in den Volksmassen aufkommen zu lassen, sie jeder-zeit möglichst fern zu halten, da die Aufrechthaltung des ununterbroche-nen Gleichgewichts in dem Quantum der Einnahmsquellen und Be-dürfnisse offenbar — wie in neuester Zeit Louis Philipps und seinerMinister weise Vorsichtsmaßregeln in Frankreich auf eine wahrhaftschlagende Weise bewiesen haben — das beste und sicherste Mittelist, Ruhe, Ordnung und Zufriedenheit bei diesen zu erhalten undauf ihr häusliches Glück, ibrc Gesittung, Nüchternheit und Mäßig-keit vortheilhaft einzuwirken. Daß aber in unserem Odenwald be-züglich der letzteren Eigenschaften noch sehr viel gebessert werden kann,dafür sprechen die mancherlei bei den Kirchweihen innerhalb seinerGrenzen vorfallenden ärgerlichen Auftritte wobt deutlich genug. DerVerfasser dieses Wcrkchcns ist durchaus kein griesgrämiger, alter,für die Freuden des irdischen Daseins abgestorbener, sondern einjugendlicher, noch sehr lebenslustiger Mann, der seine innige Freudedaran hat, wcnn's allen seinen hessischen Mitbrüdern gut, möglichstbehaglich geht, wenn sie sämmtlich im Stande sind, für sich zu er-füllen den Wunsch Heinrichs lV., jenes edlen französischen Königs,der nicht eher bekanntlich ruhen und nachlassen wollte in seinemdem wahren Wvhle seines Volkes gewidmeten Streben, bis dessensämmtliche Glieder in der Lage seien, wenigstens jeden Sonn- undFeiertag ein Hubn auf. den Tisch sich setzen zu können. Mir istrecht gut bekannt, daß, wo Freude und Lachlust herrscht, auch Ar-beitslust zu Hause ist, daß der Mensch moralisch besser ist, wenn errecht vergnügt sich fühlt, und er lieber arbeitet, wenn er sich bewußtist, daß er mit seinem anstrengenden Tagewerk nicht blos kümmerlich