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Die Erweiterung und Vervollkommnung des deutschen Gewerbsbetriebs, ein Mittel zur Herstellung des richtigen Verhältnisses zwischen Bevölkerung und deren Bedürfnisse, mit besonderer Rücksicht auf das Grossherzogthum Hessen : eine Denkschrift für jeden wahren Vaterlandsfreund / von Ludwig Wilkens
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sanier aneignen, hiermit sich und seine Familie in den ihm den seinemAckerbau nicht in Anspruch genommenen, also bis jetzt »nissigen Stun-den ebenso lohnend und der Gesundheit zuträglich beschäftigen kann.

Es gilt hier eine Menge Grundbesitzer als Mark rcs Landesuns zu erhalten. Das Fcsiankcrn auf dem sickern Boden, sein Be-bauen macht den Sandmann zu einer solch tüchtigen Mcnsckcnklasse,es zunächst gibt ibm eine kühnere Stellung, die Fortdauer seinerFamilie in uralten Behältnissen macht ihn zu dem Träger des gutenHerkommens, die freie angestrengte Arbeit verleiht ihm Zuversicht undWillenskraft. Jedoch in vollkommenem Grade nur, wenn der Grund-besitz bedeutend genug ist, einer genügsamen, fleißigen Familie selbst-stänvigen dauernden Unterhalt zu geben; fehlt diese erforderlicheGröße, so verliert dieser Besitz mit dem naturgemäßen Verhältnisseauf seine moralische Bedeutung im Staate. Diese möglichst ihm zubewahren, hier vermittelnd aufzutreten, ist Aufgabe einer gesunden,passenden, ergiebigen, ländlichen Gewcrbsthätigkcit.

Ich wähle vornämlich solche Gewerbe, die nicht den Genuß dersteten Familicnbeziehungcn dem Arbeiter entziehen, da diese unter allenVerhältnissen weitaus den bedeutendsten Einfluß auf die Sittlichkeitund auf das Lcbcnöglück überhaupt haben, und unserm Landmannmit seiner bisherigen Lebensweise auch seine süßesten und reinstenFreuden belassen. In wessen Gemüth Gott nicht das Bedürfnißnach Liebe gelegt hat, der fällt leicht der Eigensucht beim, oder wirdein Opfer der Ausschweifungen. Dieses allgemeine Gesetz der Mensch-heit findet sich au'fs Vielfachste in der Wirklichkeit bewahrheitet. Daßkein Umstand für die Sittlichkeit der Arbeiter ersprießlicher ist, alsdie Möglichkeit und Gcstattung seine Arbeit im Schooße der Familievorzunehmen, die Banden der Familie überhaupt eine Bürgschaftfür die guten Sitten sind, dafür spricht wohl zur Genüge die That-sache, daß unter 100 erwachsenen, eines Verbrechens Angeschuldig-ten, nur 37 verehlichte sich durchschnittlich befinden und letztere Zahlwieder weitaus mehr Kinderlose, als mit Nachkommen Gesegnetezählt. Sondert und würdigt man gehörig die Verhältnisse, welcheauf den sittlichen Charakter der Arbeiter Einfluß nothwendig äußernmüssen, so erkennt man auch am leichtesten die Gefahren und Irr-wege, in die er mehr oder weniger leicht gerathen kann, die Ursachenseiner möglichen Entsittlichung und das beste Mittel dieser zeitigst vor-zubeugen.