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Die Erweiterung und Vervollkommnung des deutschen Gewerbsbetriebs, ein Mittel zur Herstellung des richtigen Verhältnisses zwischen Bevölkerung und deren Bedürfnisse, mit besonderer Rücksicht auf das Grossherzogthum Hessen : eine Denkschrift für jeden wahren Vaterlandsfreund / von Ludwig Wilkens
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bemächtigt hat, wie diese Mitwerbung jeden Tag mehr zu berück-sichtigen ist, wie wir aber demungcachtct in der Lage sind, dieserCoucurren; auf dem Weltmärkte auch hierin vollkommen die Waagezu halten. Charakteristisch und grade für den Zweck dieser Denk-schrift vom entschiedensten Einfluß, ist, daß die Haupt sitze dieserHolzarbcitungcn wir fast nur in gebirgigen und rauhe-ren Gegenden finden, wo der Rohstoff nahe zur Hand undbillig, der Lebensunterhalt wohlfeil und eine genügsame fleißige Be-völkerung mit geringem Verdienste zufrieden ist, daß deren Fabrika-tion aber in den französischen und den Bezirken der Schweiz inFolge ihrer steten Rücksichtsnahme aus die nun einmalallgewaltige Mode, auf die jeweilige dominirende geläuterteGeschmacksbildung einen verhältnismäßig weit höheren Reinertragdein Arbeiter abwirft.

Soweit die Geschichte uns Kunde bringt, verstanden vorzüglichgut die Deutschen das Arbeiten in Holz und weil sie vor Alters be-sonders viele hölzerne und beinerne Becher und Trinkgeschirre drech-selten, so wurden sie nicht selten Bechcrer genannt. So kommtes, daß in manchen unserer deutschen Gegenden dieser Erwcrbszwcigsich seit undenklichen Zeiten, wohl schon vor Jahrhunderten einge-bürgert hat, in andern, wie wir sehen werden, mit dem wünschens-werthcstcn Erfolg, erst in neuerer und neuester Zeit. Von Kindes-beinen an drechselt und schnitzelt Alles, und diese stete Uebung er-zeugt eine außerordentliche Fertigkeit. In gar manchem Orte hatsich jede Familie einem bestimmten Zweige dieser Fabrikation beson-ders gewidmet, und dieser erbt seit langer Zeit von Vater auf Söhn,von Sohn auf Enkel. Diese Vertheilung der Arbeit und stete Uebungvermag allein die sonst rein unbegreiflich billigen Preise der einzelnenStücke aufzuklären. Die fertigen Stücke verkaufen die Erzeuger selbstnur selten direkt an die eigentlichen Verbraucher, vielmehr geben siesolche an Zwischenhändler — sogenannte Verleger — ab, welche siedann durch Hausirer weiter feil bieten lassen, oder auch im Großen,oft nach entfernten Welttheilen verschicken.

Beginnen wir unsere Rundschau in den Gauen unsers Vater-landes mit dem uns durch seine schönen Handschuh-, Canarienvögel-imd Teppickibändler schon von früher Jugend an bekannten