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Die Erweiterung und Vervollkommnung des deutschen Gewerbsbetriebs, ein Mittel zur Herstellung des richtigen Verhältnisses zwischen Bevölkerung und deren Bedürfnisse, mit besonderer Rücksicht auf das Grossherzogthum Hessen : eine Denkschrift für jeden wahren Vaterlandsfreund / von Ludwig Wilkens
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Tyrol,

seinem südlichsten, unstreitig aber auch seinem schönsten und roman-tischsten, an herrlichen An- und Aussichten so unbeschreiblich reizen-den Landestheilc, bei dessen Turchwandcrung dem überraschten Frenw-ling so manchmal dünkt, als babe die Natur ibrc herrlichsten underhabensten Gegenstände auf der ganzen Erde vereinigt und bicr aufengem Raum conccntrirt, denn überall kommt sie uns mit majestä-tischem Ernst und doch wieder so freundlich entgegen. Und wo fin-det man, so wie bicr zu Tyrol, diesem Batcrlandc wie der reichstenGaben der Natur, so auch guter fröhlicher Menschen, die fest anGott und ihrem Kaiser bangen, diesen auffallenden Gegensatz zwi-schen der wildesten Natur und den lieblichen Bildern des regstenmenschlichen, gar häufig in dergleichen Schnitzarbeiten sich kundge-benden Fleißes? Dicht neben dem ewigen Kampfe der Elemente, amFuße dumpftöncnder Gletscher, neben brüllend sich über und überstürzendem und schäumendem Waldstrvme liegt dort ein stilles bunt-geschmücktes Hüttchcn, von Weinreben umrangt, mehrere Kühe wei-den umher und in wie vor der Hütte schafft rastlos Groß und Kleinan der kunstvollen Behandlung von Holz, Horn, Knochen und El-fenbein. So ist es überall, allenthalben findet man in Tyrol, aufdem Boden einer scheinbar zürnenden Natur, das Bild eines emsi-gen, in sittlicher wie materieller Bczicbung wahrhaft wohlthätig wir-kenden Fleißes, sei cS nun als Teppichweber, Handschuharbeiter,als Spitzcnklöpplcr oder als Flechtcr von Strohhüten. Der armeaber zufriedene Aclpler wirkt, während er seinem schönen scheckigenVieh in den höheren an die Eisgletscher grenzenden Regionen nach-gebt, als Holz-, Horn- oder Knochendrehcr und -schnitzler. Ueberallwohnt hier ein gleicher, wo möglich noch höherer Bienenfleiß, alsin den zahlreichen Thälern seines würdigen Nebenbuhlers, der sonstso einzig dastehenden siegreichen Schweiz. In dem rauben, vonhohen Gebirgen umschlossenen Thale Gröden bat sich, (um aus demGesammtbildc einer sehr ansprechenden Summe noch insbesonderezu gedenken) seit etwa hundert Jahren namentlich die Holzmanufak-tur einheimisch gemacht. Lewalds gewandte Feder hat uns überdieselbe, über ihr zufälliges Entstehen, allmähliges Entfalten undder Lcbensvcrhältnissc der fleißigen Arbeiter eine zu schöne fesselndeauch bezüglich des Gegenstandes wahrhaft charakteristische Schilde-rung entworfen, als daß es mir zum Borwurf gemacht werden