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wie es oft den Menschenkindern zu geschehen pflegt, sie übersehen,waS ain nächsten ist — sind zum Glück bei uns gar nicht aufzu-finden. Es ist nicht das überaus rauhe Klima und die Undankbar-keit ihres sterilen Bodens, den die Mutter Ceres noch weit wenigerals unsere GebirgslandeStheilc eines Blickes gewürdigt hat; es istzwar hierbei nicht ohne Erheblichkeit die Habsucht der Verleger, welcheihre Waare ihnen mehr abdrücke», als abkaufen, denn es würde fürden materiellen Wohlstand der Berchtesgader weit förderlicher sein,sie suchten selbst, wie die Schwarzwäldcr, ihre Absatzgegendcn auf,sehten direkt ab und vernehmen zugleich von ihren Abnehmern wasdiesen zumeist zusage also auch als das Beliebteste am besten bezahltwird, eine weit drückendere Ursache aber noch sind die außerordent-lich zahlreichen Festtage, an welchen sie nicht arbeiten dürfen,die sich auf mehr als hundert im Jahre belaufen, es ist nochmehr der Kastenzwang, eine höchst hinderliche Sitte dieses klei-nen Landes, welche Europa in solcher Blüthe vielleicht sonst nirgendsmehr kennt, vielleicht nur noch auf Erden außerdem bei dem starran seinen mehr als tausendjährigen Gebräuchen haltenden Ostindierherrscht. Unwillkührlich kommt uns der Gedanke, die es umschließen-den hohen Alpen bewahrten dies LLndchcn vor jeglichem Eindringenauch der geringsten Spur eines Waltcns des mächtigen Zeitgeistes.Jedem Berchtesgader Handwerker ist nämlich die Art seiner Waare,mitunter seit Jahrhunderten vorgeschrieben und hierdurch eine ganzoriginelle Arbcitsvcrthcilung noch dermalen in vollein Flor. Er darfnicht Artikel verfertigen, welche andern zum Broderwerb zugewiesen,eingeräumt sind, und sollten auch Neigung, natürliche Anlage undGewinn noch so sehr hierzu einladen, nie wird sich z. B. ein Figu-renschncidcr mit Kästchenmachen abgeben, ja derjenige, auf welchendas Fach der großen Schachteln mittelst Erbschaft überkommt, darfnicht einmal kleine verfertigen. So folgt dort jederzeit der Sohndem Vater im Handwerk und der Drechsler vermag dort nur einenDrechsler, der Schnitzer nur einen Schnitzer zu erzeugen. Entfer-nung allen Handwerksneidcs und größere Fertigkeit in der Behand-lung des Stoffes sind wohl natürlich gute Folgen dieses originellenZwangs, aber dadurch wird auch jede Nachciferung, welche nurdurch Konkurrenz hervorgebracht wird, unterdrückt und die Berchres-gader bleiben selbst noch weit hinter den von Zunftfesseln noch ganzumstrickten Nürnbergern zurück, deren Waarenabsatz wegen ihres