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werk. Eine gleich allgemeine verbreitere Beschäftigung in Hervor-bringung von Holzarbeitcn, habe ich nirgends sonstwo auffindenkönnen. In den obcrhcssischcn Orten zu Nicdcrweisel, Fauerbach I.,Münster, Mavbacb und thcilwcise Langenbaou verdient man sichzwar viel Geld durch Fertigung uns Veräußerung von Fliegenwe-deln, aber leider nur englisches Gels. Ich sage leiser, denn trotzaller auch noch so energischen uns polizeilichen Maßregeln und Ge-bote wird dort mit jenen Holzwaarcn zugleich ein schmachvoller, senHefscnnamen entehrender Menschenhandel getrieben. Der Verkaufder Fliegenwedel dient dort leider nur zum Vorwandc, um das Ge-schäft der Bettelei und Kuppelei in Frankreich und England rechtschwungrcich zu betreiben. Die ehrlosen sicsem Geschäfte sich wid-menden Individuen pflegen vorzugsweise junge Mädchen zum Mit-nehmen dabin zu dingen, um sie dort den niedrigsten Lüsten Preiszu geben, wodurch sie freilich zuweilen an Geld bereichert zurückkeh-ren, jene armen Geschöpfe aber entweder gar nicht oder physisch undmoralisch verkrüppelt ihrem Vatcrlande wiedergegeben werden. Na-mentlich in dem östlichen Theile von London sieht man diese Besen-mädchen (droom Kirl8) ihre Fliegenwedel verkaufen — dort giebtes sehr wenig Mücken oder Fliegen — und betteln in hessischer Bauern-tracht. Dieser so schmachvoll gemißbraucht Flicgenwcdelhandel istunsers Hessens einziger Holzwaaren-Verschlciß im Auslande!
Nur aus den Gegenden von Höchst und Neichelshcim vernahmich, daß viele dortige Einwohner sich mit Fertigung von den beiuns so beliebten Formen für Anisbackwerk aus Buchs- und Birn-baumholz beschäftigen, sowie daß in der Herrschaft Brcuberg, mit-telst thätiger Beihülfe des wahrhaft edlen Grafen von Erbach-Schön-berg, dem Herrn Forstmeister Thuen zu König die Einführung derFabrikation der Millionen von Schachteln, Kästchen und Büchsenfür Schwefel Hölzer uns Strcichfeuerzcugc, welche in hiesigerGegend früher in großen Partien aus Thüringen waren bezogenworden, mit solchem Erfolg gelungen sein soll, daß von dieser Holz-bearbeitung viele dort schon hierdurch Gelegenheit haben, sich einentäglichen Verdienst von 30 bis l0 Kreuzer, einen Lohn, den ehedemnur das Ausland bezog, zu verschaffen. Ist der Anfang einmal ge-macht, geht die Sache immer weiter. Interessanter aber als dieFabrikation dieser beiden Holzgegenstände ist die der Krauthobel-bänke in König und Kirchbrombach zweier etwa 10 Stunden von