Einer rcrartlgcn Ucbcrsicdluiig und zwar von französischen Aus-wanderern verdankt Hanau seine jetzige Blüthe, die ansprechendeschöne Colonic Friedrichsdorf im Hessen-Hvmburgischcn ihr Daseinnur das oben erwähnte Iaur-Ttzal im Iuragcbirg, (in welchem, demDolche der Satelliten Eatöarincns und der Gusscnzu entgehen, kurzvor der Pariser Blutlwchzcit eine Viengc Protestanten aus Frankreicheine gastliche Zufluchtstättc siechten und fanden ) seine dcrmalige be-deutende unv gewerbliche Blüthe. Wir haben bereits gehört, daßjener Flor und die außerordentliche Ausdebnung der Nhrenfabrikationin den boben bäum- lind gctrcideloscn Thälern des Cantons Ncuf-chatcls hauptsächlich von Genfer verbannten Uhrmachern in's Lebengerufen worden ist, wir werden noch hören, daß deutsche Wollwcberihre technischen Kenntnisse nach Flandern und von dort nach Englandtrugen und in beiden Ländern zum üppigsten Gedeihen brachten.Wie der große Kurfürst von Preußen und der nicht weniger großeCzar Peter vor GO und Alcrander von Rußland vor 30 unv 40Jahren, so förderte und unterstützte vor 3 Jahrhunderten die jung-fräuliche Königin Elisabeth die Ncbersicdelung der wichtigsten Gewerbevon dem Feitlandc nach ihrem Jnselreich, und legte den ersten, aber
kein Opferer ließ sich, »in nicht gegen die ersten Fabriken Frankreichszurückzubleiben, einen der geschicktesten Gehülfen von Paris kommen;er bezahlt ihm zwar jährlich 2060 Franken, aber diese verintcrefsirensich auf's Wuchcrlichstc; denn nicht allein Hüte verfertigt dieser Gehülfe,sondern er lehrt auch seinen gleichfalls weit pcrumgekommencn Meisterund dessen sämmtliche Gesellen nach der modernsten Fa^on, vorzüg-lichsten Güte und Feinheit Hüte fabriciren, so daß dieser rastlosthätigeimmer weiter strebende tüchtige Geschäftsmann jetzt bezüglich der Fein-heit und übrigen Borzüge seiner Hutwaaren nicht allein mit Martiniin Offenbach und Röfiler in Hanan, sondern selbst mit den ersten Fa-briken Frankreichs rivalisiren kann und schon jetzt weit über Deutschlandhinaus seinen Absatz ausgedehnt hat. Wahrlich, dessen strebsamer undrastloser Sinn verdient aber auch eine möglichste Verbreitung des Ab-satzes seines in jeder Beziehung ausgezeichneten Fabrikats.
Aehnlich (um unter vielen Hessen noch einen namhaft zu machen)handelte unser nicht weniger praktisch spcculativer Buch- und Kunst-händler G. G. Lange zu Darmstadt, der im Jahre 1839 für seineDruckerei einen geschickten englischen Arbeiter aus London erwarb, dessenMitwirkung er namentlich die Erwerbung mancher nicht unwesentlicherVortheile, wohl auch die große Ausdehnung seiner jetzt nahe a» 60 Ar-beiter zählenden Druckerei von Prachtwcrken schuldet, sowie die theil-weise Heranbildung seiner übrigen Arbeiter.