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Die zweite Hauptklasse der Gewerbe begreift jene Unternehmun-gen, welche mehr günstigen politischen und merkantilischcn Conjmw-turen ihr Dasein zu verdanken haben und bei welchen der etwasnähere oder entferntere Bezug des Rohmaterials nicht wesentlich wich-tig ist. Sie umfassen namentlich die Extreme gewerblicher Betrieb-samkeit und diese Industriezweige treten oft (weit häufiger als dieseither besprochenen) als glänzende, blendende, höchst verführerischeErscheinungen auf, schaffen eine dann zu bewundernde Gewerbsthä-tigkeit und beschäftigen alle Hände, deren sie habbaft werden können.Sie huldigen jedoch nur der Handelsgunst des Augenblicks und sinddem Lande, das sie in's Leben gerufen, nur böchst selten aus dieDauer treu. Sie sind es, welche der Industrie die höchste Blüthe,ebenso wie die drohendste moralische Gefahr verschaffen und in derkolossalen Verwirklichung dieser, namentlich in Folge jener maßlosen
schaffen und möglichst zahlreiche Werke mittelst derselben nutzbringendmachen kann. Ein Theil der Gewerbsschülcr würde dereinst als Mühl-ärzte, Werkmeistcrftellung von Wasserwerken unmittelbar zu benutzenim Stande sein; die Gcwcrbs- oder Kaufleute, welche z. B. Oel-,Mahl-, Walkmühlen, Maschincnwebereien, Spinnereien und dergl.Anlagen mehr zu gründen beabsichtigen, über den Gegenstand selbstsich eine praktische Ansicht bilden können und zugleich die Nothwendig-keit einsehen, sich an Mechaniker oder gewerbswiffenschastlich gebildeteWerkmeister von vollständiger Sachkenntniß zu halten, überhaupt jederin seinem Wirkungskreise weit eher sich bestreben, durch Gründungvon Gcwcrbsanlagen mit Wasserkraft, um den Nahrungsstand seinerUmgebung möglichst hohe Verdienste sich zu erwerben.
Wie im südlichen Theile Sibiriens die Benutzung des Goldwasch-handels Seitens der Herrn Popoff und Zcpnin für die Kirghisen, sokönnte auch wohl für uns die gehörige Anwendung der uns zu Gebotestehenden Wasserkräfte znr wahren Volkswohlthat werden.
Insoweit harmonirt der Verfasser dieses Werkchens mit dem oftschon genannten Herr» Mohl, nicht aber hält er wie dieser cd fürnothwendig, daß diese Benutzung nur auf Kosten der Wiesenverbcsse-rnng geschehen könne, vielmehr dünkt ihm solche mit dieser in unsermGroßherzogthum in den letzten 2 Jahrzehnten schon zu so erfreuliche»Ergebnissen geführten Vervollkommnung der Wiesen durchaus verein-bar. Er selbst zu wenig Sachkundiger, zieht es vor, behufs Paralp-sirnng obiger Ansicht Mohls auf eine» Aufsatz eines gleichfalls gebor-nen Würtembergers, des thatkräftigen, praktischen, ständigen Sekretärsunsers landwirthschaftlichcn Centralvcreins zu verweisen, den derselbein dessen Zeitschrift Nr. 36 vom 3. September hat abdrucken lassen.
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