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als Nngchvngcr der Dreher- oder Knopfmacherzunft verlebt habe,oder ein höchst kostspieliges Meisterstück nach Orts- und Handwcrks-Gcbrauch vordem Zunftvorstande selbst gefertigt habe, daß er inseinem gemeinnützigen Beginnen, oder dessen Verfolgung nicht beirrtwerde durch engherzige, kurzsichtige, der Quelle des Brvdneides nurentfließende Intriguen und Chikanen, daß er, wie er wünscht, imStande ist, sein patriotisches Unternehmen ganz im Stillen, abermit desto sicherer Grundlage vorzubereiten, ohne irgend Jemanden(für die Sache selbst ohne allen Nutzen) die Anzeige machen, dieErlaubniß erst von Privaten, den Zunftmonarchcn einholen zu müs-sen. Ich setze voraus, daß, wo in solch' auffallend günstiger Weisefür das bedrohte Gemeinwohl gewirkt werden kann, wo es gilt,auch Frauen und Kinder, ja die ganze Familie in all' ihren Glie-dern an der Wohlthat eines gesunden, in jeder Beziehung empfeh-lenswerthen Erwerbes Antheil nehmen zu lassen, der Staat alleinden oben angedeuteten naturgemäßen Grundsatz als Richtschnur an-nehmen wird, dem Geschicktesten, Thätigsten, Einsichtvollsten diePalme, daß jeder, der in den aufgezählten Zweigen thätig sein, sichetwas verdienen will, ohne Lehrzeit, ohne Einschreiben als Geselle,ohne kostspieliges Meisterstück und Aufnahme in diese oder jene Zunft,ohne Unterschied des Alters und Geschlechts, jeden Augenblick, in wel-chem Gewerbe er sich tüchtig fühlt, arbeiten und sich und die Dei-nigen auf eine ehrliche Weise und ohne seinen Mitbürgern lästigzu werden, ernähren darf. Sicherlich wird keine Klage wegenUebersetzung laut und allgemeiner Wohlstand das erwünschte Ergeb-niß dieser zeitgemäßen Abänderung werden.
Achtzehnter Abschnitt.
(Fortsetzung.)
Mangel a» geläuterrem Gescpmack in der Ausarbeitung hat Nürnbergs In-dustrie in Abnahme, stetes Befolgen und Weiterstreben in dieser Hinsichtdieselben Gewerbe in Nordfrankreich zu so hoher Blüthe gebracht. — DieDieppcr Elfcnbeinschnitzarbeitcn. Wie können wir solche bei uns einfüh-ren? — Was geschah für das Unterrichtswesen in einzelnen GegendenFrankreichs Seitens der Gemeinden aus eigenem Antrieb, und welchen se-gensreichen Erfolg haben die gebrachten Opfer?