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Die Erweiterung und Vervollkommnung des deutschen Gewerbsbetriebs, ein Mittel zur Herstellung des richtigen Verhältnisses zwischen Bevölkerung und deren Bedürfnisse, mit besonderer Rücksicht auf das Grossherzogthum Hessen : eine Denkschrift für jeden wahren Vaterlandsfreund / von Ludwig Wilkens
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261
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„Ein guter Unterricht nutzt mehr als eine langeWanderschaft".

Altdeutsches Sprichwort.

„Gutes thun sei Zweck des Lebens,

Denn bei Menschen ist, fürwahr,

Gutes selten doch vergebens;

Und bei Gott ja immerdar".

Dieses, die Möglichkeit vorausgesetzt, daß auch jedes Glied un-serer Bauernfamilien ohne gerade Ungehöriges dieser oder jenerZunft zu sein, sich bei den erwähnten, lohnenden industriellen Er-werbsquellen betheiligen darf, fahre ich fort nachzuweisen, wie wohlam praktischsten möglichst bald und allgemein wir diese bei unseinzubürgern vermögen. Es bleiben uns hierbei namentlich nochdiejenigen Tabletteriegcgenständc zu erörtern übrig, welche eine größereGcschicklichkeit erfordern und wobei es insbesondere darauf ankommt,den einmal üblichen Geschmack ausfindig zu machen, denn wir ha-ben schon früher gehört, daß Nürnberg in Folge der Geschmacklo-sigkeit seiner Manufakturen allein in solch betrübendem Grade zu-rückgehen konnte, indem man erst in neuerer Zeit auch dort aufVeranlassung patriotischer Männer begonnen hat; durch Herbei-schaffung neuer Muster Verschönerung und Verbesserung der Fabri-kate mit Anwendung der neuesten Entdeckungen und durch gegensei-tiges Zusammenhalten der Producenten das Gewerbswesen zu he-ben. Wäre solches, statt ini Jahre 1846, schon beim Beginn diesesJahrhunderts geschehen; wahrlich Nürnbergs vor Zeiten in allenZonen der Erde so beliebte und weit verbereitete Waaren hätte nichtso in gleichem Schritt Geltung verlieren und zu so bedeutendemNachtheil des deutschen Gcwerbsfleißes in dem schon erwähntenüberraschend hohen Grad auf dem Weltmärkte von ihren noch sojugendlichen, aber stets das Bcßte und Geschmackvollste erstrebendenfranzösischen Konkurrenten aus dem Felde geschlagen, aus fast allihren früheren so einträglichen Absatzwegen niit jedem Jahr mehrund mehr verdrängt werden können. Jene Millionen und aberMillionen den heißen tropischen Zonen ungehörigen, wie schon aus-geführt von der Natur uns für ewige Zeiten als Consumcnten un-serer Gewerbsprodukte angewiesenen Bewohner, namentlich die Ame-rikas verschmähen selbst in noch höherem Grade alles Veral-tete und Geschmacklose. Nirgendswo in der Welt ist man mehrauf den Wechsel und aufs Neue bedacht, als dort, man kennt zu