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Die Erweiterung und Vervollkommnung des deutschen Gewerbsbetriebs, ein Mittel zur Herstellung des richtigen Verhältnisses zwischen Bevölkerung und deren Bedürfnisse, mit besonderer Rücksicht auf das Grossherzogthum Hessen : eine Denkschrift für jeden wahren Vaterlandsfreund / von Ludwig Wilkens
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nendcr, einträglicher zu machen, denn jederzeit lohnt sich ein Gewerbeum so besser, je hoher die Stufe von Gcschmacksbildung jst, auf deres sich erbebt, je schöner und vollkommener seine Erzeugnisse werden.Fast ohne Ausnahme sind aber alle geschilderten Tablctteric-Jndustrie-zweige so einfacher Natur, daß zu ihrer Einheimischmachung in unsrenGebirgsgegenden nicht erst die Einrichtung jener zu errichtenden ge-werblichen Unterrichtsanstaltcn abgewartet zu werden braucht, daßvielmehr viele unserer GewcrbSlcutc schon jctzo dergleichen Waarennicht allein selbst zu liefern, sondern wie wir an der Fabrikation derKnöpfe, Bürsten, Kamme, Hornscheibcn, Schuhanzieher, den tau-senderlei Schrcinerarbciten rc. gesehen haben, auch in deren Bear-beitung sofort Andere selbst aus ihrer ländlichen Umgebung einzu-schulen im Stande sind. Freilich zum Theil mit Ueberwindungmancher Schwierigkeit, mit Nachdenken und Anwendung neuer Ur-stoffc, Werkzeuge und anderer Hülfsmittel. Schwieriger wird dieseAneignung ohne besonderen gewerblichen, namentlich praktischen Unter-richt bezüglich der Fertigung der mit durchbrochener, gesägter, gra-virtcr oder geschnitzter Arbeit versehenen Gegenstände, es wird riick-sichtlich dieser eines großen Eifers, festen Willens und zum Theilerst jener künstlerischen Ausbildung der heranwachsenden Jugend, oderaus andern Orten angenommener Graveure, zur Erreichung desZiels bedürfen. Unser Mohl gibt hier den weisen Nach einerseitsjene israelitischen nicht selten sehr geschickte Graveure, welche alsPctschaftstccher herumziehen, für die Lieferung und Einlcrnung ge-schnitzter Elfenbein- und Perlmutterwaarcn sich anzuwerben, anderer-seits es sich stets beim Einfachen wie beim Kunstvollen zur Ehren-sache zu machen nie Brack zu liefern, nie durch unvollkommeneWaaren zu Schleuderpreisen sich als Nachzügler an die höherstehendeausländische Industrie anzuschließen, sondern gleich unsern Möbel-fabrikanten zu Mainz, unsern Offenbachcr Etuis- und Chaisenfabri-kantcn, unsern Darmstädtcr Chemikern nicht eher sieb Ruhe zu gönnen,als bis sie (theils mittelst Erwerbung des Geschmackvollsten undNeuesten vom Auslande) in erster Reihe einen ehrenvollen undlohnenden Platz neben ihrem Westnachbarlande errungen haben. Jegrößere manuelle Fertigkeit, höhere gewerbliche Kenntnisse unser Schrittfür Schritt weiter gehender Arbeiter erlangt haben wird, desto freierwird er sich im Technischen bewegen, je mehr sich dieser Arbeiterkünstlerisch, namentlich mit Benutzung des ihm zu Gebote stehenden