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jährlich, sobald es gilt in dem Grad reichliche Erwerbsquellen be-fruchtend zu machen und wäre es nicht die zweckwidrigste wahrhaftlächerliche Berechnung an einer so crsprieslichen, zu diesem Zweckebestimmten Untcrrichtsanstalt knausern, an dem Gehalt oder sonstigenLehrmitteln aufs Unzeitigste etwas erübrigen zu wollen.
Diese mit den wucherlichstcn Zinsen für den Wohlstand derBauern und Bürger unserer Gebirgs-Dörfer und Städtchen, jades gesammten Hessens angelegten, im Vergleich zu dem sie stiftendenNutzen sicher unbedeutenden Summen, können nur als angelegtesCapital betrachtet werden, das schon seit Jahrzehnten, im Segen desFriedens und einer wohlwollenden Regierung lebend, seine großen Vor-theile, seinen durchaus nicht talentlosen Bewohnern, auf ebenso unver-kennbare als erfreuliche Weise hätte kund geben können. Es gilt jetztnoch in den Tagen der Ruhe, ehe abermals Kriegsdrangsale alle ver-fügbaren Mittel für die Kosten und Lasten desselben in Anspruch neh-men den gewcrbfleißigstcn und hierdurch wohlstehendcn Ländern es nach-zuthun daß auch bei uns, gleich wie in der Lombardei, in Belgien undmanchen der seither namhaft gemachte» Ländern die Tage schwererKriegsübcl leichter über unser Großherzogthum hingehen, daß seinegewerblichen Hülfsmittel vervielfacht werden, zugleich diese seiner Land-wirthschaft zu Gute kommen und auch im Verlaufe der Kriegsdrang-sale wieder neue Mittel des Erwerbes sich vorfinden, welche ihm fürdie Leidenden eine, wenn auch keine vollständige Entschädigung undein Auskunftsmittel gewähren, sie jedenfalls durch seinen inzwischenerlangten gewerblichen Wohlstand und den vortheilhaften Absatz,welchen solcher seinen Bodenerzcugnissen dircct wie indirect gewährt,in den Stand setzen, mit Eintreten des Friedens in wenig Jahrensich zu erholen, wo früher Menschenalter nicht hingereicht haben wür-den, al? jene Kriegswunden in den: Grade zu vernarben, ja ganzunsichtbar zu machen. Es giebt Viele, die der Ansicht huldigen, undich habe sie schon sehr oft aussprechen hören, daß wenn nur zweigute Ernten uns hintereinander zu Theil würden, wir wieder ge-borgen wären, alle Preise von Lebensmittel wieder auf eine nonnaleHöhe von selbst Herabgehen würden. Aber wer hat, soferne er seinHerz nicht mitreden läßt, die Zuversicht, ein allmähliges oder raschesSinken der ganz außerordentlichen, für den Armen im Durchschnittunerschwinglichen Preise mit einiger Sicherheit in Aussicht stellen zukönnen? Das Eine, das Gefühl der Noth des Lebens hat dieDic-
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