287
von den einzelnen Familien in ihren ländlichen Wohnungen für sichgesondert betrieben wird.
Derselbe vermochte bereits im Jahr 1842 zur Mainzer allgcm.deutschen Gewcrbs-Ausstellung Hüte der verschiedensten Gattung zuliefern, die sämmtlich nach dem darüber erstatteten Berichte, bis aufihre Grundstoffe und bis auf den kleinsten Details ihrer Bearbei-tung Produkte des Vogelsbergcs waren. Seit 1840 entwickelte sichdiese Industrie in der an sonstigen Erwerbsquellen so armen gebir-gigen Gegend aus den allerersten Elementen' und beschäftigte be-reits vor 4 Jahren beim lebhaftesten Betrieb an 250 Kinder vonschulpflichtige»! Alter und etwa 50 Erwachsene, die Fabrikation ganzroher Strohwaaren aber noch bei weitem mehr. Herr Davivsohnhat den Grundsatz, Herstellung nur ächt deutschen Fabrikats undwomöglich gleiche Vervollkommnung, wo nicht Uebcrflügclung desausländischen. Das edle Streben des menschenfreundlichen David-sohn blieb nicht erfolglos, schon auf jener Ausstellung zeigten seineHüte aus gemischtem Stroh in jeder Beziehung mit den BrüsselerHüten vollkommen gleiche Güte und Vorzüge und jetzt mag er wohlauch ein gleich erfreuliches Resultat seines rastlosen gemeinnützigenStrcbens bei denen aus weißem Stroh erlangt haben.
Der überall erkenntliche Gewcrbverein ehrte dies uneigennützige,gemeinförderliche Wirken dieses edlen Mannes durch Erthcilung dersilbernen Medaille und ließ demselben überdieß eine Unterstützung von150 fl. behufs einer Reise in solche Gegenden, wo die Strohhutfab-rikation zumeist vorgeschritten ist und mit vcrhältnißmäßig größtemreinen Erlös betrieben wird, aus Vercinsmitteln zufließen. Wahr-lich keine Saat ist wohl noch je wuchcrlichcr für das Gcsammtwohlaufgegangen, als diese zu Gunsten einer nicht hoch genug anzuschla-genden, so leicht unversiegbar werdenden Quelle reichlichen allgemei-nen Wohlstandes. Herr Davidsohn strebt unermüdet immer feinereund feinere Qualitäten aus seiner Arbeiter Hände hervorgehen zulassen, wohl wissend, daß mit der Vorziiglichkeit der Waare der reineErtrag nicht arithmetisch, sondern geometrisch für den Arbeiter steigt.Schon jetzt vermag der treffliche Wohlthäter sich nachzusagen, daßdurch seine Bereitwilligkeit seine segensreiche Schöpfung, die Stroh-flechtanstalt zu Gedern zu einer Pflanzschule für Lehrer und Lehre-rinnen geworden ist, mit deren thätiger Hülfe unserm Gewerbvercines gelang, diesen lohnenden Industriezweig auch in andern Orten