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Die Erweiterung und Vervollkommnung des deutschen Gewerbsbetriebs, ein Mittel zur Herstellung des richtigen Verhältnisses zwischen Bevölkerung und deren Bedürfnisse, mit besonderer Rücksicht auf das Grossherzogthum Hessen : eine Denkschrift für jeden wahren Vaterlandsfreund / von Ludwig Wilkens
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ini! einem Wort ihrer Persönlichkeit würden mächtige Stützen derAchtung und des Gehorsams von Seiten der Schüler, wie des Ge-deihens des Gesammtwohlstands, wie des Vertrauens auf Seiten derEitern sein. Die Volkslchrer sollen bei ihren Schülern, inrcm siesie an Fleiß, Ausdauer, Folgsamkeit, Regelmäßigkeit, Reinlichkeit undan Anstand gewöhnen, stets den zukünftigen Lebensbcruf im Augebehalten, wozu diese Kinder bestimmt sind, und sie im Voraus mitden besonderen Kenntnissen vertraut machen, die sie zu dessen gehö-riger Erfüllung demnächst befähigen. Der gewöhnliche Unterricht imLesen, Schreiben, Rechnen leiht ihnen nur ein Werkzeug, welchesan und für sich ihre Lage noch nicht fühlbar verbessert. Es ist da-her mit dem Lehren der Zeichen auch das der Sachen zu vereinigen,um so mehr, als ihnen nicht selten die Mittel zur Anschaffung des-fallsiger Elementarbücher abgehen. Wir haben eine Menge Elemen-tarkenntnissc im Bereiche der Naturwissenschaften, der Technologie,der Gesundheitspflege, Geschichte, Geographie u. s. w., deren Mit-theilung nicht nur einen leichten empfänglichen, sondern auch einenhöchst anziehenden befruchtenden Boden in des Kindes Geist undGemüth finden würde. Diese Kinder aus dem; Arbeiterstande sindnicht allein in der Gcschicklichkeit und Sicherheit des Blicks und derHand zu üben, sondern auch an die Aufmerksamkeit zu gewöhnen,welche diese beiden Sinneswerkzeuge leiten muß, an die Sorgfalt,welche der Arbeit einen gewissen Grad von Vollendung gibt, an dieGenauigkeit, welche Maß und Verhältniß beobachtet; das Lehren desLinearzcichnens schon bei Kindern so zarten Alters muß, sich zei-gen als eine übende Bildung des Auges, als eine Vorbereitung fürdie Gabe der Beobachtung, als eine Lehre für die gewerblichen Ar-beiten, das im Gesang als ein Theil der sittlichen Erziehung und diezweckmäßige gymnastische Uebung als ein wesentliches Mittel zumkörperlichen Gedeihen. Liebe zur Arbeit ist ihnen vor Allem auf diegemüthlichste Weise beizubringen, deren Verdienstliches und Achtungs-werthes klar und ihnen begreiflich zu machen, daß die Handarbeitan sich dadurch veredelt wird, daß man sie mit rechtlichem Sinneund starkem Muthe ergreift und hierdurch sein Scherflein zum all-gemeinen Beßten beiträgt. Der Schüler kann nicht früh genug zuder Erkenntniß gebracht werden, zufrieden zu sein mit der ihmgewordenen, durch sein Sweben zu verbessernden Lage, daß Mäßigkeit,Sinn für Ordnung und Sparsamkeit vor Allem zu Wohlstand führen,