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Die Erweiterung und Vervollkommnung des deutschen Gewerbsbetriebs, ein Mittel zur Herstellung des richtigen Verhältnisses zwischen Bevölkerung und deren Bedürfnisse, mit besonderer Rücksicht auf das Grossherzogthum Hessen : eine Denkschrift für jeden wahren Vaterlandsfreund / von Ludwig Wilkens
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daß es ebenso nützlich als ehrenwerth ist seinen Pflichten obzuliegenund sich selbst zu beherrschen, solches vor Allem einen gesunden kräf-tigen Charakter bekundet. Als die förderlichste Combination für dieErziehung der zu einem arbeitsamen Leben bestimmten Kinder istzweifelsohne diejenige, welche zu der Ausbildung der geistigen, sitt-lichen Anlage die Handarbeit gesellt und welche sie neben einanderdie abwechselnde Uebung durchgehen läßt. In vielen derartigen Schu-len Deutschlands gehen die Handarbeiten mit dem glücklichsten Erfolg,mit dem eigentlichen Schulunterricht Hand in Hand, sich gegenseitigablösend und ergänzend. Sie verhütet die doppelte Gefahr der Zer-streuung und der Langeweile; sie prägt den Fähigkeiten der Kindereine harmonische Entfaltung auf, sie verhütet den mit mechanischenArbeiten, wenn sie ausschließlich die Kraft des Menschen absorbiren,verknüpften Nachtheil, ihn zu einem ganz materiellen Dasein zu ver-dammen, sie bereitet im Gegentheil eine Annehmlichkeit durch dieMannigfaltigkeit der Uebungen, eine Art von Erholung für den Geist,indem sie der Intelligenz einen größeren Antheil an den gewerblichenHandgriffen einräumt. Unvermerkt lernen sie eine Beschäftigung hoch-achten und liebgewinnen, indem sie sich gewöhnen in ihr eine unabän-derliche Beigabe ihres irdischen Daseins zu erblicken.

Als sich im Jahr 1831 in Ncw-Iork jene einzig darstehendeGesellschaft (Society kor promolmK mamisl Isbor iu literar^ in-stitution) bildete, zum Zweck: für das Kind des Armen eine un-mittelbar gewerbliche Erziehung, wo möglich in allen Schulen dervereinten Staaten einzuführen, war sie überzeugt, daß solche einesder zuverläßigsten Präscrvativmittel gegen die Verarmung auf dessenganze Lebenszeit sei und wahrlich mit vollem Reckt. Die Handarbeitfördert die Schulstudicn, unterstützt das Spiel der Geisteskräfte, kräf-tigt die Seele, seine Gesinnungstüchtigkeit, erweitert seine Kenntnisse,mahnt es an seine Bestimmung zur Arbeit, fesselt die Aufmerksam-keit, bringt den Werth der Zeit zur Anerkenntnis, pflegt die Ge-sundheit, die Heiterkeit, gibt dem Kind einen Porbcgriff von derschöpferischen Macht der Kräfte des Mensche». Der Arme vermagnicht frühe genug die Liebe und Gewohnheit nützlicher Thätigkeitensich zu verschaffen, er wird sich so in seinen eignen Augen um somehr erheben, je mehr er strebt, nicht blos mechanisch zu Handlan-gern, sondern mit Verstand zu handhaben, mit Sachkenntnis undBewußtsein Alles anzugreifen und bei jeder Thätigkeit wo möglich