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Meisters ganz und gar verleidet? Es wäre die Aufgabe der zahl-reichen, überall vertheilten Glieder jenes Vereins, dem jugendlichenWeltbürger einen Lehrherrn ausfindig zu machen, der ihn mit Liebe,mit Einsicht und mit den Opfern, welche der Zweck fordert, in dieBahn des Fortschritts, der zunehmenden Bildung, des Wohlstandsund Glücks einleitet, für ihn ein zweiter Vater, ein achtungswertherFührer ist, in dessen Familie er die Vorbilder eines ehrbaren Da-seins, verständigen Rath täglich zu finden, heilsame Einflüsse einzu-saugen vermag, der ihn endlich bei jeglicher Gelegenheit zu seiner fer-neren theoretischen Ausbildung anhält. Jedes Jahr versammelt dieArmenverwaltung zu Paris die Lehrjungen, welche in ihren Armen-anstaltcn herangebildet wurden und erkennt denen Preise zu, welcheihr wegen ihres guten Betragens als hierzu würdig bezeichnet wer-den. Die Feierlichkeit geschieht in Gegenwart der Meister und übri-gen Lehrlinge. Jene theilen das Glück derer, welche die Belohnun-gen empfangen und diese regt es an, ähnlicher Auszeichnungen sichwürdig zu machen. Würde von den Mitteln des Gewerbshülfsver-cins eine derartige Verwendung nicht gerechtfertigt erscheinen, nichtäußerst ergiebige gesunde Früchte hiervon zu erwarten man berechtigtsein? Es ist Thatsache, daß dem ärmeren Lehrjungen gerade dieeinträglichsten Gewerbe bei deren Wahl verschlossen sind, weil dasLehrgeld bei ihnen am höchsten, die Lehrzeit am längsten ist. Gebees wohl ein schöner angelegtes Kapital als das, womit der Ge-werbshülfsvcrein jene Hemmnisse beseitigt, das Glück eines ganzenMenschenlebens begründen würde? Vor Allem ist zu Gewerbennatürlich zu rathen, welche nicht zu den schon übersetzten gehören,eine sichere Existenz höchst wahrscheinlich dereinst gewähren und hier-bei aufs sorgfältigste Rücksicht zu nehmen, auf den Geschmack desKindes, noch mehr auf dessen Neigungen, dessen geistige und kör-perliche Fähigkeiten.
Der Gcwerbshülfsverein könnte aber auch namentlich dadurchunendlich viel Gutes stiften, daß er sich dem angehenden Handwerkerzu seiner höheren Ausbildung durch Gründung vonFortbildungsschulen,
auch Sonntags-, Abend- oder Handwerkcrschulcn genannt, mit ed-lem vaterländischem Eifer hülfreich zeige, sich der Sache ächter Auf-klärung und praktischer Volksbildung thatkräftigst annehme. BeideArten von Schulanstalten haben schon den erfreulichsten Nutzen ge-