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Die Erweiterung und Vervollkommnung des deutschen Gewerbsbetriebs, ein Mittel zur Herstellung des richtigen Verhältnisses zwischen Bevölkerung und deren Bedürfnisse, mit besonderer Rücksicht auf das Grossherzogthum Hessen : eine Denkschrift für jeden wahren Vaterlandsfreund / von Ludwig Wilkens
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Wie in diesen einflußreichen Lebensjahren das männliche Geschlechtbeim Unterrichtgeben noch wesentlich berücksichtigt werden soll, sowürde von kaum geringerem Einfluß auf den materiellen Wohlstanddes Volkes sein, sobald auch die Mädchen dieses Alters cuf ähn-liche Weise Gelegenbcit erhielten, häusliche Tugenden, ftwie dieKenntniß der ihnen für ihren zukünftigen Lebcnsberuf dienlichen Ar-beiten sich anzueignen, wenn sie überall Unterricht erhielten im Nä-hen, Weben, Stricken, Spinnen, im Gemüsebau und ähnlichenArbeiten in und außer dem Hause, denn der Müßiggang bleibt stetsdie Quelle alles Uebels *).

*) Ueber derartige Fortbildungsschulen für Bursche und Mädchen äußert sichHerrmann Kromm, der sachkundige, segenspendendc Pfarrvikar zu Rei-chelshcim, in seinem vaterländischen Schriftchen: „Was trollen undkönnen wir für das Volkswohl thun" aus seinem Lebe» wie folgt:„Früher dergleichen Fortbildungsschulen zu gründen und auf die Dauerzu erhalten, hielt ungemein schwer, weil die Einsicht der Eltern zubeschränkt und die Sehnsucht der Zugend nach Wirthshaus, Lrank, Kar-tenspiel und Spinnstube zu stark war; besonders auch, weil lein Zwangstattfand. Man brauchte dies nicht zu thun und darum that man esauch nicht."

„Allein jetzt, wenigstens bei uns in Hessen, ist es awers gewor-den; die Verhältnisse haben sich geändert: statt dessen, deß bisher dieLehrer rc. die Schüler gleichsam zu dem Besuche der Sünden bittenmußten, gehen Letztere bittend die Ersteren an: die Noth >reibt sie da-zu an. Denn durch das Gesetz höchstprcislichen Ministwiums vom27. August 1845, wonach alle Bauhandwcrker (Zimnierleüe, Maurer,Schreiner, Steinhaucr, Wttßbjstbtt, Dlllh-klktt, Zikgltt, Schlosser,Spengler, Glaser und Plästcrer) ein theoretisches und pra'tisches Era-men bei den Kreisbaumeistcrn zu machen haben, ohne welches sienicht Meister werden dürfen, dadurch ist ein indirekter Zvang einge-treten und das hilft. Zetzt hält eü nicht mehr so schwer eine Fort-bildungsschule zu gründen; giebt man nur seine Bereitwiligkcit zu er-kennen, so ergreifen gewiß die Bauhandwerker die dargeiotene Gele-genheit und haben diese die Bah» gebrochen, so treten aich noch An-dere in deren Fußtapfen, die nicht zum Baufach gehören Daß dieseben Gesagte keinem Zweifel unterliegt und Wahrheit euhält -- be-stätigt unsere Erfahrung."

„In früheren Zähren hatten die Geistlichen und Lehrr mehrmalsVersuche zu einer Art von Fortbildungsschule gemacht um auch einigebewogen, zu erscheinen, allein die Andern lachten diese a:s, nanntensie Schulbuben u. dergl. w.; gar bald kamen sie daher nicht mehr.Als ich bei meiner Hierherversetzung sogleich Anstalten z, dem Lese-