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ihnen bei Zeiten die wahre Liebe zur Tugend einflößt, andererseitssie in allgemein bildenden und nützlichen Fächern unterrichtet, weitweniger am Herzen liegt, als das Gedeihen ihrer Bcsoldungsäcker.Ich spreche vielleicht hart, aber sicher aus dem Leben, ich wäre imStande, Hunderte von Lehrern allein in unserm Großhcrzogthumnamhaft zu machen, die in jeder Beziehung ihr mühseliges Amtwürdig ausfüllen, aber die meisten setzen mit zu wenig Emsigkeitnach Verlassen der Seminarien ihre Studien fort, suchen nicht ingenügendem Grad sich eine allgemeine, fürs Leben taugendepraktische Bildung zu erwerben. Wie häufig fällt mir da der Aus-spruch meines hochverehrten Lehrers, des Gr. Hess. Hofrath Lau-tcnschlägcrs zu Darmstadt, ein: „Ihr wisset wohl die Namen derStraßen in der Nähe von Roms Kaiserpalästen und Athens Par-thcnonen, aber nicht die unserer nächsten Gcmarkungswege zu nennen".Für wahr, der praktische Mann sprach kein unpassendes, kein un-zeitgemäßes Wort. Wie selten wird zu den Interessen, Gefühlen,Ansichten, Gewohnheiten der Schüler herabgeftiegcn, in traulichenVerkehr mit ihnen getreten, ihre Sympathie erregt. Man lerne sieverstehen, erforsche sie in ihrem innersten Seelenleben, mache ihnendie Wahrheit traulich und die Sittenlehre anziehend, ohne der einenihre Strenge, der andern ihreMürde zu entziehen, dann aber theileman ihnen vor Allem stärkende, hebende, für ihren dcrcinstigcn Be-ruf förderliche Kenntnisse mit. Beispiele aus der Lehre der Geogra-phie mögen für meine Behauptungen und Wünsche sprechen. Keinerwird leugnen, daß die Erdbeschreibung, wie sie dermalen noch nachvielen unserer Lehrbücher vorgetragen wird, eine bloss, dürre, aufstatistischem Gerüste ruhende Analyse ist, die nur bei dem dauerndhaften kann, dem von früher Jugend an ohnedies die Mutter Na-tur Sinn hierfür verliehen hat.
Höchst selten spricht man z. B. bei der Schilderung Nordfrank-reichs mehr als ganz trocken vorübergehend von dem doch so anzie-henden dortigen Gewerbslebcn, obgleich dies in dem Departementder Oise sich, wie wir gesehen, als ein für jedes jugendliche Ge-müth so äußerst nachahmungswürdiges, höchst anziehendes Bild dar-stellt. Vielleicht unserer sämmtlichen Volksschullehrer wissenauswendig nicht einmal etwas von seinem Dasein. Von St. Ouen-tin vermögen sie nur von dem bekannten am 10. August >557 er-fochtenen Siege des edlen Lamoral, Grafen von Egmont über