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wohl auch jene Lcislerische Teppichfabrik in solch' fast beneidenswer-thcm Grade ihr Renommee zu begründen und nach allen Welttbeilenzu verbreiten vermochte. Achnlichcn, äußerst praktischen, dem Zcich-nciiuiiterrichle nur scheinbar gebrachten Opfern hat jene Tablctteric-gegcnd, wie wir ja gesehen, ihre hohe Blüthe ;u ocrdankcu. Ueber-all bewahrte sich das Zeichnen nicht allein als eine nothwendigeFertigkeit für die meisten Arbeiter, sondern auch als ein vorzüglichesMittel zur Ausbildung des ästhetischen Geschmacks der Chefs der-gleichen Gewerbsanstalten.
So könnten noch viele Beispiele als Belege aufgeführt wer-den, daß der Unterricht für das Gewcrbslcbcn vorzugsweise in derZcichnenlehrc und in der Uebung der (mechanischen undchemischen) Wcrkstätte besteht und der StaatS- oder Gcmeinde-verband, welcher strebt, jene zu' einem nationalen Bedürfnisse zu stei-gern und diese zur lebendigen, die Fortschritte der Künste nachah-menden Selbstthätigkcit der Jugend reichlich darzubieten, nähert sichzweifelsohne noch gm frühesten der Lösung der Aufgabe zur Hebungder Gcwcrbsindustric in der Masse des Volks. In der nationalenAusbildung des Volkslebens nach seiner materiellen Wirksamkeit ken-nen wir nur dchse zwei unveränderlichen Hauptmomente der öffent-lichen Lehre: die Vcrsinn lichung der Idee und den Mecha-nismus der Erzen g u n g. Jener offenbart sich in der zeichnen-den Darstellung und ist die Propädeutik der Gcwcrbslchre. Dieserlebt in der Wcrkstätte und verwirklicht sich in der Kraftäußerung derSelbstthätigkeit. In dem Streben dieser ursprünglich nur die Ma-terie erfassenden Thätigkeiten befreundet sich als einer höchst natür-lichen Entfaltung dpr Gewerbe und des Künste, das Talent mit denGenien der Wissenschaften und ungeahnet erscheint die Kunst. DasGewerbe zeigt sich als deren Nachghmung und wenn diese in demvereinten Streben der Versinnlichung der Idee mit dem Mechanis-mus der Erzeugung durch die Selbstthätigkeit der geistigen Anlagensich ausbildet, so vervollkommnet sich in der großen Masse des Volksjenes nur durch die überwiegende Fertigkeit der durch mechanischeUebung und Gewöhnung erworbene!) Leichtigkeit und Gewandtheit inder Darstellung des durch die Kunst bereits geschaffenen Vorbildes.
So wie, zumal bei gehöriger praktischer Grundlage, die Wcrk-stätte eines braven tüchtigen Meisters sieb als die beste Schule desHandwerks zeigt und die leichteste und ergiebigste Kraftäustcrnng