edelsten Mitbürger sofort richtig auffaßte und in wenig' Monatenschon wirklich eine Gewcrbschulc dort vollständig eingerichtet und' imGange war, strebte man auch in den übrigen Theilen Hessens eingleiches praktisches Verständniß der Zeitbedürfnisse durch Gründungdergleichen Institute in wohl einem Dutzend Städten und Städtchen— theilweisc mit bedeutender Hülfe Großhcrzogl. Regierung — anden Tag zu legen. Keiner aber zeichnete sich hierin vortheilhnfteraus, keiner ununterbrochen liberaler in einer wahrhaft großartigenWeise, als, wie sich's eigentlich auch gehörte, der Vorstand von Hes-ens Residenz, Darmstadt. Mit einem Kostenaufwand von weitüber hunderttausend Gulden errichtete er einen in jeder Beziehungzweckmäßig eingerichteten, von Außen einem Palast fast gleichendengroßartigen Bau seinem Licblingskinde, dieser höheren Gewerbschule.Aber nicht blos der äußere Ausbau, das Mauer-, Zimmer- undSchreinerwerk bürgt uns für ein recht schönes Gedeihen, ein kräfti-ges Aufblühen derselben, sondern das außerordentliches Vertrauen er-weckende Fundament, was er birgt und an dessen wünschcnswerthe-stem wissenschaftlichem Ausbau so eben gearbeitet wird. Ein dem-nächst über diese Anstalt erscheinendes Werkchen des Direktors der-selben, Professor Dr. Küip, auf das ich überhaupt wegen mangelndenRaums hier zu verweisen mir erlaube, gibt ein schlagendes Bild derReichhaltigkeit der hier praktisch und theoretisch gelehrten Fächer undder Zahl der hier wirkenden Lehrer. An ihrer Spitze steht ein Mann,der dieser Anstalt zu Lieb schon Opfer selbst in pekuniärer Hinsichtgebracht, hat, wie ich sie etwa nur mit denen der armen BreslaucrWittwe vergleichen kann, die an jenem bedeutungsvollen 3. Februar1813, (an dem Tage, wo der König jenen Aufruf an sein Volk zurRettung des Vaterlandes erließ) auf dessen Altar die Hälfte ihrereinzigen Habe, ihres Betttuches mit Freuden hingab. Es ist mirkein Erdensohn der Jetztzeit bekannt, der ein Mehreres verhältnis-mäßig geleistet. Zu dieser moralischen Garantie kommt noch ein ju-gendkräftiges Mannesalter, welches ihm für die Zukunft noch eineschöne Gewähr zu bieten vermag, und ein äußerst glückliches gewin-nendes Lehrcrtalent, unterstützt von dem gründlichsten und zugleichpraktischsten Wissen. Viele Jahre hindurch bildete er sich in derpolytechnischen Schule zu Brüssel recht eigentlich zum Polptechniker,zum eifrigen tüchtigen Lehrer der Gcwerbkundc aus, sckon seit 20Jahren ist er mit dem glücklichsten Erfolge thätig in dem Lehrfache
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Die Erweiterung und Vervollkommnung des deutschen Gewerbsbetriebs, ein Mittel zur Herstellung des richtigen Verhältnisses zwischen Bevölkerung und deren Bedürfnisse, mit besonderer Rücksicht auf das Grossherzogthum Hessen : eine Denkschrift für jeden wahren Vaterlandsfreund / von Ludwig Wilkens
Seite
377
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