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und Werkstücke unserer Mitbrüder falle und kein ekles Bild unszeige, daß deren Betriebsthätigkcit mit Einsicht, Uebereinstimmung,mit der den Menschen erfreuenden Regelmäßigkeit sich äußert, daßReinlichkeit in-Wohnung und Werkstätte sie umgiebt, ein glücklicherzufriedener Sinn mit der ihnen beschiedcnen Lage in ihr Inneresüberall einkehrt. Vereintes Streben der Regierungen und des Volkeshat schon in manchem andauernden Nothstände das deutsche Volk er-rettet, der dreißigjährige, der siebenjährige Krieg, die flOr Jahre desverflossenen, die ersten 14 dieses Jahrhunderts haben uns noch vieltiefere. Wunden, als die letzten drei Mißerndtejahre geschlagen unddie Wunden vernarbten jedesmal in überraschend kurzer Zeit. Hierund da half die Hebung der Industrie (besonders durch die ausFrankreich ihres Glaubens vertriebenen fleißigen Arbeiter) unsernNationalwohlstand heben, im Ganzen löste aber seither, doch vorzugs-weise der Ackerbau diese Hauptaufgabe. Die Verhältnisse haben sichindessen geändert und die bisherigen Ausführungen haben wohl zurGenüge gezeigt, daß in der Jetztzeit wir vor Allem in der Hebungeiner gesunden Industrie Heil für den Kern unsers Volkes zu suchenhaben und gewiß auch finden werden. Mit Recht äußert Dr. Schu-lart in von Redens statistischer Zeitschrift: „das Jahrhundert dertechnischen Cultur ist angebrochen, es kann sich ihr kein euro-päisches Land, noch Volk ungestraft entziehen. Aber nur in Gemein-schaft mit der physischen und intellectuellen Cultur und durch dieVermittlung des lebendigsten Handelsverkehrs vermag die technischeCultur ihre Aufgabe zu lösen und nach allen Seiten hin ebenso un-schätzbare Vortheile zu spenden, wie sie in gleicher Weise von denverschiedenen Zweigen der 'physischen und intellectuellen Cultur em-pfängt. So gruppirt sich Landwirthschaft, Gewerbsthätigkeit, Handel,Wissenschaft und Kunst zu einem Gesammtbildc, dessen vollendeteAusführung als ein hohes Ziel jedes wohlgeordneten Staats fürimmer zu gelten verdient. Aber auch vereinzelt für ein solches Zielbin zu wirken, soll jeder wahre Freund seines Vaterlandes auf demihm angewiesenen Standpunkte sich berufen fühlen."
In Tagen bitterer Noth hebt nichts mehr den gesunkenen Muth,als wenn man menschliche Theilnahme findet; das Vertrauen, dasBewußtsein, daß es um uns menschliche Seelen gibt, die unsererherben Lage gedenken, die uns zu helfen bereit und bemüht sind,ist in außerordentlichen Zeiten unendlich hoch zu achten, es ist die