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Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
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Vorrede.

äußern, entbehren sie darum nicht; was sie äußern,zeigen sie nur, weil die Umstände diese Erscheinungen mög-lich machen oder bedingen.

So sehr daher die belebten Organismen und leblosenKörper immer verschieden in der Art der Erscheinung blei-ben werden, so sehr fällt die falsche Vorstellung weg, daßder Stoff der belebten und leblosen Natur nicht ganz undgar denselben Gesetzen unterworfen sein sollte: und damitist auch die zwischen den Erscheinungen der organischen undanorganischen Körper gezogene Gränzlinie insofern aufgehoben,als beide nur von den verschiedenen Umständen abhängen,unter denen derselbe Stoff sich befindet, mit denselben Kräftenversehen, die nicht in ihrer Beschaffenheit, sondern in derForm ihres Auftretens verändert sind.

Man ist indessen noch weit davon entfernt, alle Er-scheinungen des Lebens von den allgemeinen Eigenschaf-ten der bekannten Stoffe und Kräfte ableiten zu können;im Gegentheil fehlt noch viel, ehe man zu solcher Einsichtgelangen wird.

In den folgenden Seiten wird der Leser die Darlegungeines Versuches finden, die allgemeine Lehre von den Er-scheinungen des Lebens aus den Kenntnissen, welche wir beileblosen Körpern gesammelt, zu erklären. Sie bilden denInhalt einiger Vorlesungen, die auf der Universität zu Ut-