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Die chemischen und organisch)» Kräfte.
Begriffe allein nach dem Resultat der Beobachtung. Kraftist also ein concreter Begriff, welcher alle Eigenthümlich-keiten der Erscheinungen umfaßt.
Von diesem Gesichtspunkte ausgehend, wollen wir einige -Ideen mittheilen über die sogenannten organischen und un-organischen oder die lebenden und todten Naturkräste.
Diese Ideen werden die Wissenschaft um kein Haar weiterbringen, aber sie können vielleicht bei dem Einen oder Anderndie Vorstellungen vereinfachen und da einen unverkennbarenZusammenhang andeuten, wo er meines Erachtens mit Un-recht verkannt wird.
Es ist fast überflüssig zu bemerken, daß der Ausdrucktodte Kraft, wenn er im wörtlichen Sinne für die in derunorganisirten Natur thätigen Kräfte gebraucht wird, keinenSinn hat, und daß er hier nur die Kraft der todten Natur,im Gegensatz zu der lebenden, bezeichnen soll.
Die heutige Chemie, welche der Lehre von den Moleku-larkräften ganz besondere Aufmerksamkeit schenkt, nimmt inden kleinsten Theilchen eigenthümlich wirkende Ursachen an.Mit diesen werden wir zweckmäßig unsere Betrachtungen be-ginnen. Die Kenntniß derselben bildet die Grundlage vonallen unsern Kenntnissen der organischen Kräfte; denn keinOrgan ist aus materiellen Theilen zusammengesetzt, welche nichtden Gesetzen derselben chemischen Kräfte unterworfen wären,die den chemischen Verbindungen ohne Unterschied eigen sind.
Wenn wir den Molekularkräften als wirkenden Ursachenin dem lebenden Organismus die erste Stelle einräumen, sobezieht sich dies, wohl bemerkt, nicht mit auf das Bewußt-sein und das höhere geistige Leben.
Ich unterfange mich nicht, den Schleier zu lüften, wel-cher die Nerventhätigkeit und viel mehr noch die höherenGeistesfunktionen, nach wie vor, unserm Auge verbirgt. Sowie der Mensch einen unkörperlichen und unsterblichen Theilhat, in dem sein eigentliches Wesen beruht und aus dem er
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