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Ueber die chemischen Kräfte.
Masse mit. Hier sind in dem Sinne von La Place undVertheilet Moleküle in Bewegung. In diesem Beispielhaben wir eine von zwei Molekülen Wasserstoff und einemMolekül Sauerstoff ausgehende Wirkung, welche sich einerunendlichen Menge Wasserstoff und Sauerstoffmoleküle mit-theilt, ohne daß jene beiden an der folgenden Wirkung fernerTheil nehmen.
Bei der Katalyse sehen wir etwas Aehnliches: Platin-schwamm bleibt bei der Vereinigung von Wasserstoff mit Sauer-stoff unverändert, aber im Vergleich mit dem durch den elek-trischen Funken entzündeten Gasgemenge zeigt sich der Unter-schied, daß das Platin sich in dem Zustande in Bewegunggesetzter Moleküle befindet, ohne daß äußere Ursachen daraufEinfluß zu haben scheinen.
Es wäre der Mühe werth zu versuchen, ob Platin nochbei starker Kälte jenes Vermögen besitzt; es ist sehr wahr-scheinlich, daß es nicht bei jeder Temperatur diese Eigen-schaft behalten wird. Wenigstens äußert feines Glaspulverein gleiches Vermögen erst bei 300», gleichfalls wird einebestimmte Temperatur erfordert, um Alkohol durch Schwefel-säure in Aether und Wasser zu zerlegen, um Gummi ausZucker zu erzeugen, und um Stärke in Gummi und Zuckerzu verwandeln. Ein Blick auf die Reihe katalytischer Er-scheinungen überzeugt uns, daß der Einfluß der Temperaturjederzeit wesentlich ist. Die Erfahrung lehrt, wie sehr dieWärme die chemischen Kräfte modificirt. Am deutlichsten be-weisen dies die unzähligen Produkte der trocknen Destillationbei verschiedenen Temperaturen. Wenn nun die sogenanntenkatalpsirenden Körper andere dadurch katalysiren, daß sie dieWärme vermitteln, wenn es z. B. die Wärme ist, welcheden Alkohol in Aether und Wasser zerlegt, aber vermittelstder Schwefelsäure aus den Alkohol übertragen wird, dannhat die Annahme der Katalyse nichts Anstößiges.
Wie dem nun sei, unzweifelhaft giebt es manche Fälle,