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Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
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358 Allgemeine organische Körper.

bei der Respiration; wenigstens wird seine Farbe durchSauerstoff oder Kohlensäure nicht im Mindesten, durch Stick-orydul nicht bedeutend und durch Schwefelsäure und Schwe-felwasserstoff fast gar nicht verändert, wie aus den mit rei-nem Farbstoff ausgeführten Versuchen hervorgeht*), Versuche,welche mich früher an der Oxydation des Farbstoffs in denLungen immer zweifeln ließen **).

Wo das Hämatin entsteht und was daraus wird, istschwer zu beantworten. Daß es ein Teeret der Blutbläs-chen ist, erleidet keinen Zweifel, und da diese aller Wahr-scheinlichkeit nach aus Lymphkügelchen erzeugt Werdens-), sogeschieht die Bildung des Farbstoffs in dem Kreise des Blut-umlaufs selbst auf Kosten der Bestandtheile des Blutes.

Daß er regenerirt, consumirt und abermals reproducirtwird, ist ebenso zweifellos, als es von allen organischen Be-standtheilen des Körpers gilt. Aber zu welchen Zweckener verwandt wird, ist setzt, nachdem die frühere Ansicht überseine Funktion bei der Respiration widerlegt ist, zweifelhaft.Welche Metamorphosen er in dem Körper erleidet, ist alsoauch unbekannt. Wahrscheinlich hat man indessen seine Zer-setzungsprodukte in der Galle zu suchen, deren Bilifulvin vonHämatin herrühren mag, welches seine Funktion in demKörper erfüllt hat.

Eine schnelle Regeneration desselben ist nicht anzuneh-men; ganz in Bläschen eingeschlossen tritt es nur dann her-aus, wenn die Wände der Bläschen selbst aufgelöst werden.Die Blutkörperchen sind, wie es scheint, im hohen Gradebeständig.

') Bulletin 1430, p . 70.

'*) Bulletin 1839, p. 82.

f) Julius Vogel will die Bildung der Blutkörperchen in sungui medul-laris beobachtet haben : Icone» llifttologiao latholugicae, Tal). 5; ickhalte dies für unwahrscheinlich.