Allgemeine organische Körper.
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Die letzte zu beantwortende Frage ist die, ob das Hä-matin unverbunden, oder ob es in irgend einer chemischenVerbindung in den Blutkörperchen vorstanden ist.
Wir kennen eine durch Schwefelsäure aus dem Bluterhaltene constante Verbindung von Proteinschwefelsäure miteisenfreiem Hämatin. Aus diesem Grunde ist es wastrschein-lich, daß es in den Blutkörperchen mit einer Proteinverbin-dung chemisch vereinigt vorkommt, was darin fernere Bestä-tigung findet, daß rothes Serum, durch Wärme coagulirt,den Farbstoff hartnäckig zurückhält u. s. w.
Aber die Natur jener Verbindung und ihr phyfiologi-sches Verhalten ist gänzlich unbekannt.
Was im Obigen über den Farbstoff des Blutes gesagtist, soll nur dazu dienen, die gegenwärtigen Ansichten über-feine Funktion zu modificiren; er spielt wahrscheinlich indemOrganismus keine Hauptrolle, und seine Besprechung gehörtdeshalb eigentlich nicht an diese Stelle. Von einem physio-logisch chemischen Standpunkte aus hält man ihn für wich-tig; er ist dies wahrscheinlich nicht.
Die hier aufgezählten Körper setzen, soweit wir jetztwissen und mit großer Wahrscheinlichkeit annehmen dürfen,das Pflanzen- und Thierreich in ihren Haupttheilen zusam-men. Aber die Zahl der Stoffe, welche außerdem in beidenReichen vorkommen, ist fast unzählig. In den Pflanzen fin-det man Säuren der verschiedensten Art, gefärbte Stoffe,stickstofffreie bittere Substanzen, flüchtige Oele, Harze; abersie gehören nicht zu den allgemeinen Bestandtheilen derselben.Wir kommen daher darauf zurück, wenn von den verschiede-nen Funktionen der Pflanzen die Rede sein wird, Funktio-