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mit eigenthümlichen Formen.
Umständen die Form des schöpfenden Individuums zu erlan-gen. Dies gilt in gleichem Maaße von der Fortpflanzungder höheren Thierklassen wie von der Zellenvermehrung.
Die exogene Zellenbildung findet auf ähnliche WeiseStatt, wie die endogene Bildung, mit dem Unterschiede, daßdie Tochterzellen außerhalb der Mutterzcllen entstehen, unddaß die Flüssigkeit, welche die zur Bildung der jungen Zel-len erforderlichen Stoffe enthält (Cytoblastema), nicht in derMutterzelle, sondern außerhalb derselben liegt. Darauserwächst indessen für die Erklärung jener Bildung keineSchwierigkeit; denn das Cytoblastema, welches hier die Zelleumgiebt, befindet sich daselbst unter eben so großem Einflußder Zellenmembran, als die in der Zelle enthaltene Flüssig-keit; mit anderen Worten: die Mutterzellenmembran dispo-nirt die benachbarten organischen Stoffe, sich zu solchen Ver-bindungen umzusetzen, woraus sie selbst besteht und woraussich später Kernkörperchen und neue Zellen bilden, gleichviel,ob sie jene Stoffe umschließt, oder ob dieselben mit ihreräußern Oberfläche in Berührung kommen.
Endogene wie exogene Zellenbildung beruht demnach aufder Herstellung gewisser Verbindungen nach chemischen Ge-setzen, Verbindungen, welche, einmal erzeugt, zu Zellen wer-den. Die Thätigkeit der Mutterzelle beschränkt sich alleinauf die Produktion jener Substanz, sie bringt selbst keineZellen hervor und verdient daher ihren Namen nur in ei-nem beschränkten Sinne.
Die Nesorbtion der Mutterzellenmembran ist für exogeneZellenbildung keine nothwendige Bedingung; die alte Zellekann vielmehr ihre Gestalt unverändert beibehalten.
Aus der verschiedenen Stellung der älteren und neuenZellenreihen geht hervor, daß exogene Zellenbildung anderszusammengesetzte Zellenreihen hervorbringt, als die endo-gene, und darum ist sie für die Organogenie von Be-deutung.