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Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
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406 Bestandtheile deS organischen Reichs

welche Kraft die unorganischen Stoffe in den angeführtenBeispielen mit den organischen verbunden sind, wie es z. B.geschieht, daß in der Zellenwand einer jungen Zelle, welcheaus Cellulose besteht, oder in den Spiralfasern der Pflanzenunorganische Materien zurückbleiben. Die Ursache jener Er-scheinung ist ohne Zweifel die nämliche, welche bewirkt, daßMetalloryde an Stoffen, wenn sie gefärbt werden, z. B. Ei-senoxyd und Thonerde an Kattun und andern Gewebenhaften. Aber die Natur dieser Anziehung ist nicht genaubekannt. Bergmann, Macquer und Barthollet sahenjene Verbindungen für chemische Verbindungen an, Anderehaben sie mit der Eigenschaft der Holzkohle, Metallsalze,Farbstoffe und Gase zurückzuhalten, verglichen und halten siedemnach für Folgen einer Anziehung auf geringe Entfernun-gen in unbestimmten Verhältnissen *).

Man kann mit Grund behaupten, daß in dem ganzenorganischen Reich keine Substanz bekannt ist, welche eine ab-solute Indifferenz, welche gar keine Fähigkeit besitzt, sich mitandern Körpern zu vereinigen. Auch die Cellulose, derHauptbestandtheil der jungen Pflanzenzellen, ist keine indif-ferente Verbindung, sie hat im Gegentheil das Vermögen,Kalk, Kali, Magnesia und Eisenoxyd aufzunehmen und sichchemisch damit zu verbinden. Wenn die Formel: C 24: II 42 0 2ider Ausdruck ihrer rationellen Zusammensetzung ist, so wirddie Quantität der unorganischen Basis, welche sich damit zueiner neutralen Verbindung vereinigt, so groß sein, daß ihrSauerstoffgehalt 1/21 von dem der Cellulose beträgt.

Es ist daher eher zu verwundern, daß man in der Zel-lenwand nicht noch eine größere Menge unorganischer Basenfindet, als dies der Fall ist. Die Abwesenheit freier Basen inmanchen Pflanzenzellen und die Gegenwart der freien Säure

') Man vergleiche Srume im Journal für prakt. Chemie, J844 , No. >>und 12, S. Ki4.