422 Bestandtheile des organischen Reichs
ihrer auflöslichen Form als Hauptursachen des Stoffwechselsin den Pflanzen betrachtet werden müssen *).
In der Membran selbst geht daher die Produktionneuer Stoffe nicht vor sich; die Zellen sind hauptsächlich nurdie Organe, welche den Zelleninhalt umschießen und von denumgebenden Flüssigkeiten absondern. In den unzähligen mitFlüssigkeiten der verschiedensten Art im jugendlichen Zustandegefüllten Säckchen kommt bald eine neue Substanz hinzu,bald wird eine andere abgesondert und an der Zellenwandabgelagert, oder sie bleibt in dem Inhalte der Zelle suspen-dirt. Die unendlich vielen kleinen hohlen Räume mit dünnenMembranen, welche zum Theil getrennt sind, zum Theilmit einander in Verbindung stehen, sind daher als eben soviele kleine chemische Werkstätten zu betrachten, worin che-mische Zersetzungen vor sich gehen.
Uebrigens darf man die Zellenmembran nicht für einenganz indifferenten, passiven Bestandtheil der jungen Zellenhalten; dies würde eben so unrichtig sein, als wollte mandarin die erste und letzte Quelle der Thätigkeit suchen. Siebesteht aus aktiven Theilchen, deren Thätigkeit wir zunächstin ihrer activen Entwickelungsart erkennen, ferner in derUmgestaltung und Verdickung der Wände: Formenveränderun-gen, welche ohne Zweifel von den Bestandtheilen des Zellen-inhaltes ausgehen; aber da die Membran sie annimmt, somuß man schließen, daß letztere dabei thätig mitwirkt, d. h.auf den Zelleninhalt zurückwirkt.
Bei den Untersuchungen, welche ich mit Harting an-gestellt habe, betrachteten wir in der dünnen Zellenwand sehroft eine Menge kleiner Oeffnungen, wovon nachher ausführ-licher die Rede sein wird. Ich lasse in der beigefügten Noteeine kurze Aufzählung der beobachteten Thatsachen folgen **).
') Payen hat offenbar das Protein des Zellcninhaltcs mit dem der Zellen-membran verwechselt, (s. S. 212)
") Die Oeffnungen, welche in der aus Cellulose bestehenden Zellenwand