460 Bestandtheile des organischen Reichs
wird es übel deuten, wenn ich einfach die Beobachtungenmittheile, welche ich mit Harting darüber angestellt habe,und wenn ich daraus die Folgerungen ziehe, die sie mirwie von selbst an die Hand gegeben haben.
Indem wir die Frage, ob der utrieulus primordialiswirklich pri'mordial sei, auf sich beruhen ließen, haben unsereVersuche uns gelehrt, daß nicht überall die nämliche Jnkru-stirung Statt findet, und daß die Sache sich nicht aus einemeinzigen Gesichtspunkte allein betrachten läßt. Wenn dieZellenmembran — welche durch Jod und Schwefelsäure blaugefärbt wird, die in den allerjüngsten Geweben enthalten istund in jungen Holzzellen ohne Verdickung vorkommt — per-manent ist, so geschieht die Verdickung bei der Holzbildungauf der äußeren Fläche derselben. Denn auf der Innen-fläche der verdickten Wände findet man immer eine aus Celltl«lose bestehende Membran. Die Tüpfelbildung geschieht in allendiesen Fällen durch Ablagerung von Schichten um die ur-sprüngliche Zelle, auf denen sich eine dritte leicht zu unter-scheidende Schicht absetzt, welche jene ganz umgiebt undwelche wir Haut der Holzzelle nennen wollen. Fig. 31Llömatis vitalba, in Fig. 36 desgl.
Aber es kommt noch eine zweite Art der Verdickungvor, welche auf der inneren Seite der aus Cellulose be-stehenden Zellenwand geschieht. Diese ist am deutlichsten inden dickwandigen Markzellen von Hoya carnosa zu sehen,Fig. 41 und 42.
Endlich findet Verdickung in der Zellenwand selbst Statt,in der Art, daß man keine schichtenförmige Ablagerung wahr-nimmt, z. B. in dem Albumen des Samens von Phytelephas,Fig. 84 und 85, und von Iris cruciata, Fig. 81 und 82.
Es scheinen demnach drei Arten von Verdickungen un-terschieden werden zu müssen.
Die verdickten und tüpfelförmigen Zellen-wände verdienen also eine ausführliche Untersuchung. Wir