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Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
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mit eigenthümlichen Formen. 475

der Schwefelsäure, welche nöthig ist, um die Färbung her-vorzubringen, zu einer bereits erlittenen Veränderung imVerhältniß steht. Sie bestehen nicht mehr aus Cellulose allein,sondern nähern sich dem Gewebe des Jrissamens (S. 464).

Wir sind demnach weit entfernt, das Mark für einGewebe zu halten, wie es Schaffner zu thun scheint, eineAnnahme, die offenbar für das Hollundermark, wenn manes unter dem Mikroskop gesehen hat, ungereimt ist.

H o l z z e l l e n.

Die Holzzellen verdienen etwas näher ins Auge gefaßtzu werden. Wir haben sie der Einwirkung verschiedenerAgentien ausgesetzt und glauben auf diese Weise zur Er-kenntniß von Thatsachen gelangt zu sein, welche sich auf an-derem Wege nicht leicht würden haben auffinden lassen. Ichwerde mit der Beschreibung jener Versuche beginnen.

Die Holzzellen von Pinus larix aus einem Zweige mitvier Jahrringen erleiden aus dem Querdurchschnitte durchJod und Schwefelsäure (4 Th. auf 1 Th. Wasser) verschie-schiedene Veränderungen, die mit dem Alter eines jeden Jahr-ringes variiren. Die Zellen der innersten Jahrringe zeigenaus dem Querdurchschnitte eine dicke aufgeschwollene Schichtvon grüngelber Farbe, und um dieselbe einen braunen Rand.Diejenigen Holzzellen, welche dem jüngsten oder äußerstenJahrringe angehören, zeigen im Innern ein blaues Häut-chen, um dasselbe einen breiten (aufgeschwollenen) Rand mitgrünlichblauer Farbe, und endlich außen einen braunen Rand.Auf dem Längsdurchschnitte beobachtet, erscheinen sie in derMitte grün, an den Kanten braungelb (Fig. 20 und 21).Bei Tilia parvifolia, Fig. 22, 23, 25, steht man in der Mitteeine dünne braune Schicht (utriculu8?), darum eine blaßblaueWand und eine äußere braune, also außer dem utnouiu8nur zwei Schichten. Nach einer halben Stunde ist das Blau