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Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
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mit eigenthümlichen Formen.

uns immer noch keinen richtigen Begriff von der Natur derinkrustirenden Substanz des Holzes giebt, weil die Produktebei geringem Unterschiede in der Stärke der angewandtenAgentien, oder bei Untersuchung verschiedener Hölzer, stetsverschieden ausfallen *).

Rindenparenchymzellen.

Die Rinderparenchymzellen verhalten sich wie Cellulose.In Hoya carnosa werden sie, sowohl im vierten als imzweiten Jnternodium durch Jod und Schwefelsäure dunkel-blau, Fig. 1 Bc. In dem siebenten Jnternodium erscheinensie grün, und besitzen demnach blau und gelb werdendeStoffe. Die darin vorkommenden Bastfasern stechen durchihre hellblaue Farbe stark ab, 6. Man sieht inwendig einbraungelbes Häutchen, auswendig keine besondere Hülle.

Concentrirte Schwefelsäure löst sie auf. ConcentrirteSalpetersäure färbt sie im vierten Jnternodium nicht, auchnicht nach Zusatz von überschüssigem Ammoniak, Fig. 1 Ac.Sie enthalten also kein Protein.

Die Rindenzellen von Sambueeus nigra werden durchSalpetersäure nicht verändert, Jod und Schwefelsäure färbtsie blau.

In Ll6inati8 vitalba werden sie ebenfalls inwendig schönblau, schwellen an und zeigen eine sehr dicke braune Hülle,welche bedeutend stärker ist als diejenige, welche die etwasälteren Holzzellen umgiebt, übrigens aber mit der äußerenHolzsubstanz übereinzustimmen scheint.

*) Daß die mittlere Schicht der Holzzcllen Pectinsäure enthält, und die äußereSchicht mit der cuticula der Pflanzen oder mit der Äorksubstanz übcrcin-aimmt, wie Harting glaubt (Scheik. Omlerz. Deel III), ist gewißnicht richtig. Ich habe indessen nicht das Vergnügen gehabt, meinen ge-ehrten College» davon zu überzeugen.