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Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
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mit eigenthümlichen Formen. 495

denden Substanz durchweht; dies ist also mittlere Holzsub-stanz, während die äußere Schicht der Zellenwand und dieinnere später braun werdende Schicht sich wie die äußereHolzzellensubstanz verhalten und deshalb wohl damit iden-tisch sein können.

Die Bastfaserzellen von sehr junger Agave americanawerden durch Jod und Schwefelsäure (4 Th. auf 1 Th. Was-ser) inwendig braun und erhalten einen blauen Rand, Fig.69 und 38. In älteren Blättern wird unter denselben Be-dingungen jene blaue Färbung etwas grünlich (siehe vorigeSeite); demnach erleidet die inwendig liegende Zellensubstanzmit der Zeit eine Veränderung, Fig. 39.

Die Bastbündel von Phormium tenax werden durch Jodund Schwefelsäure grünlich gefärbt, von concentrirter Schwefel-säure aufgelöst. Es bleibt hier nicht wie bei Agave eine äußereWand übrig. In Hoya carnosa schwellen die Bastfaserzellendes zweiten Jnternodiums stark auf, und werden hellblau; siezeigen auswendig keine braune Hülle, Fig. 1 Bd. In demsiebenten Jnternodium werden sie noch heller blau. Salpe-tersäure färbt sie nicht, auch nicht aus dem vierten Jnter-nodium, Fig. 1 Ad. Von concentrirter Schwefelsäure wer-den sie aufgelöst.

Die Bastfaserzellen von Sambueeus nigra in einemdiesjährigen Zweige werden durch Salpetersäure gelb, durchZusatz von Ammoniak im Uebermaß noch gelber.

Jod und Schwefelsäure färbt sie blau. Dasselbe findetbei Asclepias syriaca Statt, wo sich in jungen Jnternodienkeine Spur einer Bekleidung der Bastfaserzellen zeigt, welchebraun würde. Diese ist also auch, wie das Häutchen derHolzzellen, späteren Ursprungs und muß aus Stoffen gebil-det sein, welche durch die Celluloseschicht hindurchgeschwitztsind.

Die Bastfaserzellen von Tilia parvifolia werden blau,schwellen an und zeigen eine äußerlich braune Wand und in