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Thierische Gewebe.
Die Differenzen der bei den Elementaranalysen erhaltenenZahlenresultate sind zwar nicht sehr groß, aber die Eigenschaften derOberhaut entfernen sich so sehr von denen der Haare, daß wirschlechterdings nicht ein und dasselbe Gewebe in beiden voraus-setzen können *). Schon mehr scheint sich die Oberhaut in ih-ren Eigenschaften dem Horn und dem Fischbein zu nähern; aberauch hier finden sich wesentliche Differenzen; die größte Aehn-lichkeit besitzt sie aber mit den Nageln, so daß man geneigtwäre, beide für eine und dieselbe chemische Verbindung zu hal-ten, wenn sie nicht verschiedene Zusammensetzung hätten. DerSchwefelgehalt der Oberhaut ist nämlich viel geringer als derder Nägel, und auch der Kohlenstoffgehalt weicht um 1 Procentab; weshalb sie also nicht identisch sind.
Die Zusammensetzung der Oberhaut entspricht derFormel 5 H w N 12 0 15 ) S **); aber es ist, wenigstensfür jetzt, unmöglich, den Beweis für ihre Richtigkeit zu liefern.Ich bezweifle sogar die Reinheit der Oberhaut und meine, daßihre Untersuchung deshalb weit weniger Werth hat als dieAnalysen der Haare, Nägel, des Horns und Fischbeins, weilder Inhalt ihrer Zellen viel bedeutender erscheint, als bei irgendeinem der anderen genannten Horngewebe, welche einen fast zu
') Scher er hat für die Oberhaut der Fußsohlen folgende Zusammensetzunggefunden (Annalen der Chemie und Pharm. Bd. 4«, S. 35):
C 30,75
II B,7GN 17/13
Bei der Wiederholung jener Untersuchung wurde für die mit Aethcrund Alkohol crtrahirte Epidermis der Fußsohlen erhalten (ÜclwilcuulllxkOnderzoekingen, Deel III.).
C 50/28 49,84
H 6,76 0,73
N 17,21O 23,018 0,74.
Diese Zahlen bestätigen also den von Scher er gefundenen Walscrstoff-und Stickstoffgchaltj der Kohlcnstoffgehalt ist aber in seinen Analpsen zugroß ausgefallen.
**) = 5(C 40 H 6s N 10 O 16 + N ä H 4 ) + 8. Siehe Horn.