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Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
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Thierische Gewebe.

Wir haben im Anfange dieses Abschnittes, wo ich die ver-schiedenen Ansichten der Naturforscher über die Bildung derGewebe mittheilte, gesehen, daß die Meinungen hinsichtlichder Zellenbildung noch sehr getheilt sind. Während Einige be-haupten, daß alles Organische ursprünglich aus Zellen hervor-gehe, wird dies von Andern wieder in Abrede gestellt, undwährend die Einen die Kerne als die zellenerzeugenden Kör-per betrachten, sind Andere der Meinung, daß der Kern etwawie ein Amylum- oder Chlorophpllkörnchen nur zu dem In-halte der Zelle gehöre. Diese Meinungsverschiedenheit hatübrigens ihren Grund wohl mehr in dem zu bearbeitenden Ge-genstände selbst, als in fehlerhaften Beobachtungen. So schweres oft ist, in den Pflanzenzellen die Kerne nachzuweisen, so seltenfehlen sie in den animalischen Zellen, und während die Zel-lenform in dem Pflanzenreiche allgemein die ursprüngliche ist,so entwickeln sich doch manche thierische Gewebe aus etwasAnderem als aus Zellen.

Die kräftigen Vertreter der Zellentheorie haben gleichwohldie Entwickelung auch derjenigen Organe, bei denen die Zellenselbst von Anfange an gänzlich fehlen, eine celluläre genannt.Die kleinen Theilchen, welche man in solchen in der Entstehungbegriffenen Geweben wahrnimmt, nennen sie Kerne, und da siein diesen Kernen selbst Bläschen mit Kernkörperchen erblicken,

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