Buch 
Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
Seite
580
JPEG-Download
 

580 Thierische Gewebe.

Die Analyse von Schildpatt hat neben einem Aschenge-halte von einem halben Procent folgende Zusammensetzunggegeben *).

Durch Kochen mit Essigsäure wird es gallertartig undgiebt mit Wasser verdünnt und filtrirt eine Auflösung, worin

conccntrirter Kalilauge hier und da längliche runde Umrisse und langedunkle Streifen; Wasser bringt darin keine merkliche Veränderung hervor.Die Theile sind noch hart; sechsstündige Einwirkung von Kali ist also für diesGewebe noch nicht hinreichend, um e§ zu verändern.

Auf dem Oucrdurchschnittc nimmt man nach sechsstündigem Verweilenin Kaliflüssigkeit nichts Besonderes wahr. Durch Zusatz von Wasser wirddie Masse Heller uud die Streifen viel deutlicher; sie sind dicht nebeneinander gelagert, und in kurzen Zwischenräumcn abgebrochen und in ein-ander verwebt. Am Rande der Probe lösen sich kleine Lamellen ab, welchesehr durchsichtig sind und ihre eckige Gestalt mehr oder weniger verlieren.Auf der Oberfläche desselben zeigen sich die Streifen i» Form von Ma­ schen , wie beim Fischbein u. s. w.

Nach sechsstündigem Verweilen in conccntrirter Schwefelsäure sind dieStückchen, parallel der Oberfläche abgenommen, sehr gelatinös angeschwol-len und durchsichtig, mit scharf begrenzten, weit von einander abstehendengebogenen Linien. Durch Reiben lassen sich nur schwierig Theile ablösen.Zusatz von Wasser verändert ihre Beschaffenheit wenig.

Ein feiner Querschnitt von Schildpatt, worauf vierundzwanzig Stun-den lang concentrirte Kalilauge eingewirkt hat, nimmt nach Zusatz vonWasser eine zelligc Struktur an; die Zellen sind oval, noch einiger Maßeneckig, bedecken einander thcilwcisc, isolircn sich nicht und erhalten dadurchdas Ansehen eines Netzes mit länglichen Maschen (Fig. 114).

Nach achtundvierzigstündigcr Einwirkung von conccntrirtcm Kali bildensich durch Zusatz von Wasser schöne kugelförmige Zellen (Fig. >) vonhellbrauner Farbe, ohne Kerne, doch mit einem etwas körnigen Zuhalte,welcher durch längere Einwirkung von Wasser nicht ganz verschwindet. DieZellen isolircn sich darauf, und es zeigt sich zwischen denselben eine geringeMenge körniger Substanz.

Schildpatt, welches sechs Monate lang in conccntrirter Schwefelsäuregelegen hat, gleicht dem, welches einer vicrundzwanzigstündigen Einwirkungvon Kali ausgesetzt gewesen ist. Die Zellen haben sich nicht isolirt, son-dern hängen noch zusammen, obschon sie aufgequollen sind. Zwischen denerweiterten Zellen sieht man durchlaufende Kanäle mit einem bräunlichenInhalte.

Nach sechsmonatlicher Einwirkung von Salpetersäure ist fast Alles auf-gelöst; nur einige strukturlose Stückchen sind übrig geblieben. (Dondersund M)

*) Mit Aethcr und Alkohol ausgezogen und bei 130° getrocknet:

c

54,89

54,75

H

6,56

6,63

N

16,77

16,46

0

19,56

8

2,22

Scheik. Onderz, Deel III.