596 Thierische Gewebe.
Zwischen dem leimgebenden und elastischen Gewebe findeneinige Beziehungen Statt, welche beachtet zu werden verdienen.Unter den Chlorverbindungen des leimgebenden Gewebes ist näm-lich eine, worin chlorige Säure (0I 2 0 3 ) verbunden ist mit
4 X (C 13 H 20 N 4 Oz) — C 52 Ilgy N 16 O 20 ,
womit ebenfalls Leimhydrat, oder die Substanz, welche durchlängeres Kochen aus Leim erhalten wird, übereinstimmt. Ela-stisches Gewebe, C 52 II 80 N 14 0 14 unterscheidet sich demnach vonvier Aequivalenten Leim bloß durch N 2 0 6 . Es ist also einegewisse Verwandtschaft des leimgebenden und elastischen Gewe-bes nicht zu verkennen; aber wir können gegenwärtig nicht mehrthun, als diesen Zusammenhang andeuten. (Siehe S. 588.)
Die folgenden Theile des thierischen Körpers, welche übri-gens alle eine größere oder geringere Menge der Fasern desBindegewebes enthalten, werden gegenwärtig dem elastischen Ge-webe zugerechnet: Das Nackenband des Hornviehs, von allenwahrscheinlich das reinste elastische Gewebe; die gelben Bänderder Wirbelsäule: die Bänder, welche die Knorpel des Kehlkopses,der Luftröhre und der Bronchien unter einander vereinigen undam Zungenbein haften; die elastische Bekleidung der Arterienund Venen; die anderen Häute der Arterien und Ve-nen, welche alle im größeren oder geringeren Maaße mitBindegewebe (circuläres mit willkührlich nicht beweglichen Mus-kelfasern) durchmengt sind; die äußere Schicht der Fasern derSpeiseröhre, wodurch diese mit dem Kehlkopse und der Luftröhreverbunden ist. Die serösen Membranen, namentlich das peri-tonaeum, besitzen an manchen Stellen eine Schicht elastischesGewebe, welches die seröse Haut mit den darunterliegenden Thei-len verbindet. Solche Lagen findet man zwischen dem perito-naeum und dem schwertförmigen Knorpel, zwischen ersterem undder Blase, dünner aus den Eingeweiden, nicht auf der Nierenund der Leber. Sie kommen ebenfalls unter der pleura an derBrustseite, nicht auf den Lungen und dem Herzen vor. Auch