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Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
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Pflanzennahrung. 739

Eine Quantität von 330000000 Klgr. Regenwaffer würdemithin ein einziges Hectar Land jährlich erfordern, um 1800Klgr. Kohlenstoff liefern zu können. Es fällt in dem Binnen-land von Frankreich *) aber auf ein Hectar jährlich nur eineQuantität von 6,500,000 Klgr. Regenwaffer und es könntenmithin die Pflanzen, von denen Chevandier spricht, nurderjenigen Menge von Kohlensäure durch die Wurzelnbekommen, welche sie enthalten müssen, um das obige Resul-tat zu liefern. Die Quantität Kohlensäure, welche in demWasser enthalten ist, was durch den Boden dringt, habe ichnicht mitgerechnet, dieser steht eine viel größere MengeKohlensäure gegenüber, welche sie durch die abgeworfenenBlätter verlieren, die, indem sie verfaulen, eine beträchtlicheMenge Kohlensäure in die Lust verdunsten lassen, und außer-dem noch diejenige Quantität Kohlensäure, welche durch Er-halation ausgetrieben wird (m. s. weiter unten die Versuchevon Draper), und endlich noch eine dritte Menge von Koh-lensäure, welche mit dem aus dem Boden verdampfendenWasser wieder in die Atmosphäre zurückgeht.

Gehen wir von den Versuchen Chevandier's aus,

i ii m iv v

4,7» . . . 4,24 . . . 7,93 . . . 8,56 . . . 9,09.

Diese Bestimmungen gelten für Utrecht , in der freien Natur mag derKohlcnsäuregchalt geringer sein. Jedenfalls ist 10 C. C. auf 1000 Grm.Wasser, wie wir sehen, zu groß genommen.

Die Quantität des gefallenen Regens ist hier für ein ganzes Jahr ge-nommen, während die Pstanzcn in gemäßigten und kalten Ländern nur ei-nige Monate im Jahre Feuchtigkeit aus dem Boden nehmen. Dadurch wirddie Rechnung noch viel ungünstiger für das Eintreten der Kohlensäure indie Pflanzen durch die Wurzeln. Dagegen ist zu berückstchtigcn, daß wirden Thau. welcher nicht tief in den Bpdcn dringt, aber vorzugsweise dieBlätter bcschlägt, noch in keine Rechnung ziehen können. Nehmen wir an,daß die Pflanzen jährlich 6 Monate lang Wasser durch die Wurzeln auf-nehmen und daß ebenso viel Thau als Regen in den Boden dringt, wasgewiß viel zu hoch ist, so bleibt die Rechnung noch dieselbe.

) Nach Kaemy (Meteorologie §. 174) fallen jährlich 23 Zoll Wasser auf dieKüsten von Frankreich und Holland , 24 Zoll oder 0,830 Mm. in's Binnen-land. Ein Hectar ist 10,000 Quadratmeter und beträgt fiel' Hectar 6500Cub.-Metcr jährlich. Nach Simons und Greve (NeuweVei-liamll. roniet. Bat. Gen. 1844) in unser Land 0,637 Mm., was i>orHcctar 6370 Cub.-Metcr beträgt.